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Tod eines Kindes: Gründung einer Selbsthilfegruppe verwaister Eltern.

Was gibt es schrecklicheres als das eigene Kind zu Grabe tragen zu müssen? Beschreiben kann dieses Gefühl wohl nur, wer es selbst erlebt hat. Was es heißt, ein Kind zu Grabe zu tragen, erfuhren Kerstin und Patric Graf aus Buggingen im Juni 2006, als ihr drittes Wunschkind Alina Doreen nach nur sieben Tagen auf ihren Armen verstarb. Bei Alina wurde ca. in der 30. Schwangerschaftswoche ein Herzfehler festgestellt, sie wurde 11 Tage vor errechnetem Geburtstermin per Kaiserschnitt geboren, am vierten Tag operiert und verstarb an ihrem siebten Lebenstag. Am eigentlich errechneten Geburtstermin fand dann die „Abschiedsfeier“ für Alina statt. Durch den Glauben an Gott und ein Leben danach, fanden die Eltern Trost und Hilfe, bekamen ihren Alltag und ihre Familie, zu der noch zwei Kinder im Alter von 9 und 6 Jahren gehören, wieder einigermaßen unter Kontrolle.

SelbsthilfegruppeDurch das Erlebte sensibilisiert, fiel dem Ehepaar Graf gerade in den letzten Monaten auf, dass es auch im Markgräflerland immer wieder Fälle verstorbener Kinder und somit verwaiste Eltern gibt. Ob durch Krankheit, Unfall oder durch andere Umstände, immer wenn ein Kind stirbt, passiert etwas, was gegen den Normalfall läuft. Wenn Eltern nach Monaten oder gar Jahren immer noch mit Trauer und dem Bewältigen dieser beschäftigt sind, wird ihnen vom Umfeld oft Unverständnis entgegen gebracht. So spricht man „verwaiste Eltern“ oft gar nicht erst an, weil man nicht weiß, ob die Betroffenen dies überhaupt möchten. Aus Bekanntschaften mit anderen Betroffenen, die Familie Graf durch Internet Foren machte, erfuhren sie sehr viel Hilfe und auch Verständnis für ihre Situation. Auch lernten sie dadurch, dass es oft hilft, wenn man über seine Art der Trauer redet und sich mit Eltern austauschen kann, die verstehen was oder wie man sich gerade fühlt.

Aus dem selbst Erlebten entstand die Idee, eine „Selbsthilfegruppe verwaister Eltern im Markgräflerland“ ins Leben zu rufen. Zweck dieser Gruppe soll es sein, dass sich Eltern verstorbener Kinder kennen lernen, sich treffen und gegenseitig „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben können. Dabei kommt es nicht darauf an, wie lange der Verlust des Kindes schon her ist. So können Eltern, die scSelbsthilfegruppe verwaister Eltern.hon vor Jahren ein Kind verloren haben ihre Erfahrungswerte weitergeben, die denen helfen können, die erst seid kurzem um ein Kind trauern. Der evangelische Pfarrer Jörg Muhm aus Buggingen, der Familie Graf in den Tagen vor und nach Alinas Tod nicht nur als Geistlicher, sondern auch als Freund begleitete, unterstützt dieses Vorhaben. So wird im Herbst dieses Jahres, ( Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben) , in der evangelischen Kirche in Buggingen ein spezieller Gedenkgottesdienst für verstorbene Kinder und deren Eltern angeboten. Selbstverständlich dürfen sich hierzu auch Eltern angesprochen fühlen, die durch eine Früh oder Fehlgeburt ein Kind verloren haben. Betroffene, die an der „Selbsthilfegruppe verwaister Eltern im Markgräflerland“ interessiert sind, können sich bei Familie Graf unter folgender Telefonnummer oder per E-Mail melden: 07631/172652; graf.family@gmx.de!

 

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