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Rabattismus als neuer Studiengang an unseren Hochschulen, wäre, sollte er eingeführt werden, im Fachbereich Medizin einzuordnen, denn er gehört zu den Trendkrankheiten in Deutschland. Als gefährlich vor allem, da die Ansteckungsgefahr ein großes Risiko für das Wohlbefinden darstellt. Die Inkubationsrate übersteigt alles da gewesene. Selbst der als zuverlässig bekannte Impfstoff Qualität verfehlt hier seine vorbeugende Wirkung. Trost, der ein Leben mit der Krankheit möglich macht, ist ausschließlich psychologischer Natur. Dreimal täglich vor dem Fernseher den Satz „Ich bin doch nicht blöd“ nachsprechen, hilft selbst der „dümmsten Sau“.
Seit bei mir die ersten Rabattismus Symptome aufgetreten sind, halten mich meine Bekannten zwar nicht mehr für blöd, finden aber, dass mir als Schnäppchenjäger noch die nötige Konsequenz fehle. Da helfen auch keine Ausreden wie: „Ich habe nicht den billigsten Fernseher gekauft, weil das ein Modell aus dem Vorjahr war.“ Für Menschen, die dem Rabattismus verfallen sind und das sind viele meiner Bekannten, zählt nur eins: Der höchste Rabatt bringt die gesuchte Befriedigung. Unter 50% läuft da gar nichts. Und wer 70% bekommt, lässt alle anderen als dumme Sau aussehen.
Der Westdeutsche Rundfunk sowie der Mitteldeutschrundfunk sind nicht blöd. Sie sind in die Möbelhäuser gegangen, die den höchsten Rabatt angeboten haben und haben sich eine Küche ausrechnen lassen. Natürlich alle Schränke und Geräte identisch. Anschließend, und das ist das Gemeine, waren sie in einem Küchenspezialhaus. Dort gab es keine 70% Rabatt. Aber, oh Wunder, hier war die Küche die weitaus günstigste.
Dass der Mensch und insbesondere der Verkäufer nicht immer zu den moralischsten Geschöpfen zählt, ist zwar kein Geheimnis. Dass er aber 80% auf den Preis aufschlägt, um dann mit 70% Rabatt zu werben, ist eine Erkenntnis, die mich vom Stand weg von meinen Rabattismus Symptomen geheilt hat.