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Klaus Amann
Eines ist so sicher wie die Standfestigkeit des Neuenburger Rathausturms: Das Nepomukfest ist seit 39 Jahren ein erstklassiger Repräsentant der Stadt, weit über die Gemarkungsgrenzen hinaus. Und es wird in Neuenburg alles getan, damit dies so bleibt und es wird alles verhindert, was dem Ansehen dieses urig gemütlichen Festes schaden könnte. Nicht nur in Neuenburg, sondern im ganzen Markgräflerland müssen sich Veranstalter zunehmend mit sozialdefekten Jugendlichen auseinandersetzen, die alkoholisiert ihre Nase rümpfen, ohne jemals gelernt zu haben, sie auch zu putzen.
Die Neuenburger Bürger wissen um den Wert ihres Nepomukfestes,
auch bei unterschiedlichen Meinungen der 19 beteiligten Vereine zu
diesem oder jenem Detail – etwa der Preisgestaltung der Lauben;
kurz und gut, die positive Grundeinstellung zum Nepomukfest sitzt quasi
in den Genen der Stadt. Dies gilt auch vor dem leisen Gegrummel im
Hintergrund, dass der eine oder andere Verein manchmal über einen
Ausstieg aus dem Geschehen nachdenkt. Doch mit Blick auf den
nächstjährigen, 40. Geburtstag des Nepomukfestes blieb es
bislang beim Nachdenken – Sankt Nepomuk sei’s gedankt !
Vor dem Nepomuk-Vergnügen steht Jahr für Jahr eine Rie-senportion an Arbeit. Viele, im besten Wortsinn „aktive“ Vereinsmitglieder, stellen „umesunscht“, über eine Feierabendwoche hinweg, ihre historisch nachempfundenen Lauben „auf die Beine“. Nun sind diese Lauben ja keine Legobausteine, die man eben mal schnell zusammen fügen kann, sondern es sind massiv konstruierte Gehäuseteile, die im Laufe der Jahre auch abnutzen, Schrammen und Defekte erleiden, die es zu reparieren und aufzupolieren gilt. Wer im Verlauf der Aufbau- und Vorbreitungsabende durch die Laubenstraße schlendert, der kapiert schnell, dass der Begriff „richtig schaffe“ sehr wohl den Sachverhalt trifft. Und das in der Freizeit wohlgemerkt, also „nach de Arbet“, am Feierabend, am Wochenende; Bürgermeister Joachim Schuster spart daher nicht mit Lob und Anerkennung.
Das Beispiel steht für andere: Karlheinz Blank ist seit 12 Jahren der 1. Vorsitzende der Neuenburger Kolpingsfamilie. Er berichtet, dass die Mitglieder vor rund 10 Jahren einen Anbau an das Katholische Gemeindehaus St. Bernhard errichtet hätten. Dort und in den Kellerräumen des Hauses seien die gesamten Nepomukfest-Materialien über das Jahr eingelagert. Am Freitag vergangene Woche habe der Transport zum Standort begonnen und am nächsten Morgen ab 6.00 Uhr sei der Aufbau der Laube erfolgt. Das Rohgerüst habe bereits am frühen Nachmittag gestanden. Bis zum Festbeginn ginge es nun um die Innenausstattung von Küche und Theke.
Karlheinz Blank betont, dass es in seiner Kolpingsfamilie wenig Probleme mit der Hilfs- und Aufbaubereitschaft der Mitglieder zum Nepomukfest gebe. An der Mitgliederversammlung im vergangenen März habe man den anwesenden Mitgliedern eine Arbeits-liste vorgelegt, um sich einzutragen. Den Aufbau der Laube hätten 15 Mannsbilder bewerkstelligt, zwischenzeitlich kümmerten sich andere um die Arbeitseinteilung der 7 Schichten während der Festtage, weitere Akteure seien für den Wareneinkauf eingeteilt. Pro Fest-Schicht werden rund 20 engagierte Damen und Herren aus der Kolplingsfamilie gebraucht. 60 bis 70 % des Personals stammen aus den eigenen Reihen, für die Lücken wurden zusätzlich einige Leute angesprochen. Insgesamt summieren sich für Aufbau, Fest und Abbau mehr als 1000 Arbeitsstunden mit dem Tarifwerk „Gottes Lohn“. Dass an der Vorstandschaft, bei allem Eifer der Mitglieder, noch manch eine Aufgabe hängen bleibt, nun, das ist das Schicksal aller Vereinsvorstände im Markgräflerland.
Günter Konrad vom Neuenburger Radsportverein meint hingegen, es werde in den Vereinen, insgesamt gesehen, eher schwie-riger, ehrenamtlich Tätige zu finden und das nicht nur im Zusammenhang mit dem Nepomukfest. Die Ursache sei vielfältig. Einer der Gründe liege in der Arbeitswelt. Die frühere Selbstverständ-lichkeit, dass man beispielsweise Urlaubstage für ein Vereinsfest „opfere“ sei entschwunden, aber auch die Arbeitgeber würden nicht mehr für diese oder jene gute Sache einfach freigeben.
Das Nepomukfest Neuenburg am Rhein hebe sich durch das historische Ambiente mit den altertümlich bemalten Lauben von anderen Festen in der Nachbarschaft ab, aber dadurch sei es auch sehr, sehr arbeitsintensiv, kommentierte Dieter Rueb vom Kulturamt Neuenburg. Seitens der Stadtverwaltung werden im Vorfeld des Festes die organisatorischen Weichen gestellt, aber die Hauptlast des Festes mit den historischen Aufbauten und der Abwicklung des Festbetriebs tragen tatsächlich die örtlichen Vereine. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre das Nepomukfest in diesem Umfang nicht aufrecht zu erhalten.
Auch die kräftige Unterstützung des städtischen Betriebshofes Neuenburg gehört dazu. Die Betriebshofmannschaft ist zuständig für zahlreiche Aufbauten rund um das Fest und für die Sauberhaltung des Festgeländes und des Umfeldes.
Nun denn, das Neuenburger Nepomukfest kann beginnen und zwar vielversprechend. Am Frei-tag, 13. Juli, wird auf dem Markt-platz beim Stadthaus um 17 Uhr das 39. Nepomukfest eröffnet.
Das Markgräfler Bürgerblatt drückt zum Gelingen fest die Daumen.