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Klaus Amann
Könnten "die Drübeli verzelle", so würden sie uns gewiß um Geduld bitten, denn Tag um Tag machen sie sichtbar Fortschritte und verbessern quasi ihr "outfit"! Das Foto erinnert an die "lieben Kleinen" im Zustand vor 14 Tagen.
Wie aber steht's mit den Erwartungen und Hoffnungen der Markgräfler und Kaiserstühler Winzer Richtung Weinjahrgang 2007? Wie werden seine Erträge und Qualitäten ausfallen? Wie abhängig ist der Jahrgangserfolg vom weiteren Verlauf der Witterung? Gibt es - "bigott" - eine sehr frühe Weinlese? Und zudem sei gefragt: haben all die Köstlichkeiten der vorausgegangenen Jahrgänge in den Fässern und Tanks schon ihre Kundschaft gefunden? Die Beispiele stehen für alle Winzerbetriebe und Winzergenossenschaften, mag es auch im Detail abweichende Einschätzungen geben.
Die Erwartungen für den kommenden Jahrgang 2007 seien in Hügelheim
zum heutigen Zeitpunkt sehr hoch, berichtet Martin Schneider,
Kellermeister der Winzergenossenschaft Hügelheim. Mehrere Faktoren
spielten für diese positive Einschätzung eine Rolle. Zum einem stünden
die Rebanlagen hervoragend da. Trotz anhaltender Niederschläge, die
Pilzkrankheiten begünstigen könnten, sehe man in den verschiedenen
Parzellen keine Krankheitserscheinungen, wie beispielsweise ein Befall
durch Mehltau oder durch tierische Schädlinge.
Auch könne man beobachten, dass Rebsorten, die zu kompakten Trauben neigen, wie zum Beispiel der Grauburgunder oder der Spätburgunder, dieses Jahr zur lockeren Traubenbildung neigen. Somit sei ein gegenseitiges Abquetschen der Beeren innerhalb der Traube und somit eine vorzeitige Fäulnis weniger zu erwarten als anno 2006. Die Einschätzung der Erträge und der Qualität sei zum jetzigen Zeitpunkt (noch) etwas schwierig. Es komme wie immer entscheidend darauf an wie sich das Wetter während der Reifephase der Trauben entwickelt. Klar sei, sagt Martin Schneider, es gibt einen sehr frühen Herbst! In Hügelheim ist man wie immer "guter Hoffnung"!
Achim Frey ist der Geschäftsführende Vorstand der Winzergenossenschaft Britzingen. Er berichtet zur Ernte 2007: "Die Rebanlagen stehen zurzeit hervorragend da. Wir haben einen Vegetationsvorsprung gegenüber dem langjährigen Mittel von 2 - 2,5 Wochen.
Es spricht vieles dafür, dass wir mit einem Lesebeginn um den 10.9.2007 rechnen müssen. Mengenmäßig deutet sich ein überdurchschnittlicher Jahrgang an. Die Ernte 2006 habe ganz deutlich daran erinnert: erst wenn der Wein im Keller ist, sei endgültiges zum Mengenertrag und zur Qualität zu sagen. Kurzum, die Zeichen stehen in Britzingen gut, aber es ist noch ein langer Weg bis die Weinerzeuger ruhig schlafen können. Die Keller jedenfalls sind vor allem im Weißweinbereich weitestgehend leer!
"Gute Hoffnung" gibt es auch bei der Bezirkskellerei Markgräflerland in Efringen-Kirchen und ihrem Geschäftsführer Gerhard Rüdlin. Auch er bestätigt, dass die Vegetation dieses Jahr sich verfrüht habe, daher könne man eine ebenso frühe und doch qualitativ gute Ernte erwarten. Man habe eine zusätzliche Qualitätsoffensive gestartet, welche die Winzer bereits mit dem Rebschnitt, aber auch mit den nachfolgenden Laubarbeiten umgesetzt hätten. Man sehe - getreu dem Leitsatz: "Qualität vor Quantität!" - der Weinlese 2007 optimistisch entgegen, man freue sich auf eine gute Normalernte.
Gute Kunde kommt auch aus der Winzergenossenschaft Pfaffenweiler. Die schwüle und feuchte Witterung der letzten Wochen und die gute Wasserversorgung des Bodens habe die Rebenentwicklung positiv beeinflusst, berichtet Geschäftsführer Heinrich Stefan Männle. Eine sehr frühe Weinlese in der 1. Septemberwoche sei bereits absehbar. Der weitere Witterungsverlauf beeinflusse entscheidend die Qualität des Jahrgangs 2007. In Paffenweiler wünsche man sich einen trockenen August und einen möglichst trockenen und kühlen September. Das wäre die ideale Voraussetzungen für einen qualitativ hervorragenden Jahrgang 2007.
Besonders gespannt sei man auf die weitere Entwicklung der Sauvignon Blanc - Rebe, die man in Pfaffenweiler auf ca. 10 ha angebaut habe und die sich in diesem Jahr besonders schön in ihrer Entwicklung zeige, berichtet Heinrich Stefan Männle. Nach der kleinen Ernte 2003, dem Hageljahr 2004 und der ebenfalls kleinen Ernte 2005/06, seien die Weinbestände sehr gering. Daher hoffen die Pfaffenweiler, dass sie zumindest eine nahezu durchschnittliche Ernte mit ca. 7500 Liter je ha einlagern können.
Also dann, mit der linken Hand drücken wir allen Markgräfler Winzerinnen und Winzern die Daumen für den Weinjahrgang 2007 und mit der rechten Hand halten wir das Weinglas bereits fest und warten gespannt auf den Rebensaft, der uns zur Freude hineingluckern wird.