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Kirchhofen (rs) – Weinküfermeister Franz Herbster, seit 2005 selbstständiger Winzer in Kirchhofen, hat sich wiedereinmal um den Gutedel im Markgräflerland verdient gemacht. Herbster ist Purist und hat sich unter anderem der Weiterentwicklung des Gutedels verschrieben, begeistert sich für alte, filigrane und fruchtbetonte Weinausbaumethoden. Nach der Gutedel Selection 1990 und der Kreierung des „Chasslie“ (Chassela sur lit) 1995, einem frischen, lebendigen Gutedel, der über sechs Monate auf seiner Feinhefe reift, stellte er in der vergangenen Woche seine neueste Kreation vor: den 2006er Gutedel ohne Filter Tafelwein trocken, mit einem Alkoholgehalt von 10,5 Vol %, einer Säure von 6,2 g/l, einem Restzucker von 1,9 g/l, das Mostgewicht beträgt 74° Oe(chsle). Der Wein wird als „Tafelwein“ deklariert, da Qualitätsweine per Gesetz filtriert sein müssen.
Bis in die 50er Jahren war die Weinkellerwirtschaft noch nicht
technisiert, alte Ausbautraditionen wurden von Generation zu Generation
weitergegeben. Korbpressen mit Metallspindeln, elektrische Pumpen waren
die einzigen Neuheiten jener Tage. Mit diesem Gutedel hat Herbster die
Uhr bewusst ca. 50 Jahre zurückgedreht, hat - nach alter Väter Sitte -
die Trauben ganztrauben gepresst, den Most spontan vergoren und nicht
angereichert, absolut trocken ausgebaut, den Jungwein nicht filtriert.
Was nun auf Flaschen gezogen wurde, kann sich sehen, beziehungsweise
kann man sich schmecken lassen.