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Wellensegelfliegen, wie geht das? Normalerweise benötigen Segelflieger Thermik, das heisst von der Sonne erwärmte Luft, um ihren Gleitflug in Dauer und Entfernung zu verlängern. Und Thermik gibt es im Winter eigentlich nicht. Und meist fliegen die Segelflieger auch nur im Sommerhalbjahr, wenn es eben die Thermik hat. Manchmal auch bei starkem Wind, um die andere Art des Aufwindes, den Hangaufwind, zu nutzen. Dieser Hangaufwind entsteht, wenn starker und gleichmässiger Wind gegen einen Berg strömt und dann über den Berg ausweichen muss.
Die dritte Aufwindart, die von den segelfliegenden Piloten genutzt
werden kann, Laien meist völlig unbekannt ist und auch von den Piloten
in der hiesigen Region eher wenig genutzt wird, ist das
Wellensegelfliegen. Wellenaufwind entsteht auch nur bei starkem Wind.
Nur mit dem Unterschied, dass der Aufwind nicht im tiefen Relief direkt
am Berg entsteht, sondern weit darüber. Dafür braucht es spezielle
Bedingungen, nicht nur starken Wind, damit dieser Aufwind überhaupt
erst entstehen kann. „Die Luft schaukelt sich auf“, es gibt richtige,
grossflächige Schwingungen. Und darin kann der Segler dann gut Höhe
gewinnen. Bei idealen Bedingungen können so Höhen von mehreren Tausend
Metern erreicht werden. Mit dem Segler und ohne Motor! Der
Höhenweltrekord liegt dabei bei ca. 15.000 Meter Höhe, natürlich mit
Sauerstoff geflogen.
Kürzlich war genau solch ein Tag, wo alle diese Bedingungen vorhanden waren. Schönes, trockenes Wetter, starker Ostwind, trockener Flugplatz und daraus ergab sich eine vermutete Wellenbildung. Die Piloten Peter Heuberger (Müllheim) und Martin Gottschaldt (Marzell) des Markgräfler Luftsportvereines e.V. Müllheim wurden vom Schlepppiloten Günther Erhardt (Müllheim) mit dem Ultraleichtflugzeug Richtung Münstertal geschleppt, um in die dort vermutete Welle zu gelangen. Und es hat tatsächlich sehr gut geklappt. Beide Piloten sind über 5 Stunden mit den Seglern in der Luft gewesen und konnten dabei Höhen bis knapp 3.000 Meter erreichen. Mehr wäre wegen den Verkehrsfliegern sowieso nicht erlaubt gewesen. Bei herrlicher Sicht bis zum Schweizer Jura und den Alpen konnten sie zwischen Blauen, Feldberg und dem Wiesental fliegen.
Überglücklich und selbst ein wenig überrascht über diesen tollen Flug zur ungewohnten Jahreszeit, sind sie wieder auf dem heimatlichen Müllheimer Segelfluggelände gelandet und haben stolz über ihre Flüge berichtet.