| Home
| Impressum | Anzeige
aufgeben
![]()
![]()
![]()
![]()
(Elsass). „Ein modernes, dynamisches Dorf, in dem es sich gut leben
lässt“. Unter diesem Motto präsentiert sich Ottmarsheim selbstbewusst
und stolz. Über Jahrzehnte hinweg war es ein bescheidenes Örtchen
geprägt von Kleinbauern, die nebenbei auch vom Fischfang lebten. Doch
das einstige Fischerdörfle gehört heute zu den wohlhabenden Gemeinden
jenseits des Rheins. Das elsässische Kleinstädtchen hat sich
aufgerappelt. Dem Versailler Vertrag sei es zu verdanken, so die
Ottmarsheimer, dass Frankreich nach dem ersten Weltkrieg hydraulische
Energie aus dem Rhein zu schöpfen mochte. Heute existiert eine
beachtliche Industriezone in Ottmarsheim, die nach dem zweiten
Weltkrieg allmählich empor kroch. 1947 wurde der „Grand Canal d’Alsace“
erbaut. Die hydroelektrische Zentrale entstand 1952 und ein autonomer
Hafen 1955, der indes an zweiter Rangstelle im Elsass steht. So
mauserte sich die Kleinstadt jenseits des Rheins. Unternehmen wie
Novartis, EDF, Pec Rhin und Silo Agricole gaben Ottmarsheim ein neues
Gesicht und pflegten sein Stadtimage.
Der Juwel in der Ottmarsheimer Krone ist die im Jahre 1030 von
Rudolph von Altenburg erbaute Abtei für einen Benediktinerorden. 1049
wurde sie vom Papst geweiht. Die Abtei befindet sich mitten im Zentrum
hinter dem Rathaus in Ottmarsheim. Die ehemalige Klosterkirche St.
Peter und Paul wird als ein exemplarisches Baudenkmal der romanischen
Kunst des 11. Jahrhunderts betrachtet. Ihr achteckiger Zentralbau ist
eine Imitation der Pfalzkapelle von Aachen, die italienischen und
byzantinischen Einflüssen unterlag. Einzig der achteckige Kuppelbau ist
aus romanischer Zeit erhalten blieben. Das Kapelleninnere ist von einem
beeindruckenden Gewölbe überzogen und durch Säulenschäfte geprägt. Eine
urig wohlige Atmosphäre füllt das Innere der Abtei.
Die wirtschaftliche und geographische Lage Ottmarsheim zogen jedoch viel Unheil an. So erlitt die Abtei ein hartes Schicksal: Sie stand zwei Brände, einen im 13. und einen weiteren im 15. Jahrhundert durch. Der dreißigjährige Krieg, die französische Revolution und die beiden Weltkriege hinterließen ebenfalls markante Spuren. Ein erneuter Brand im Jahre 1991 verwüstete die Abtei dermaßen, dass sie komplett restauriert wurde, was ihr zu Gute kam. Heute sagen die Elsässer stolz „Die Abtei erstrahlt in einer einzigartigen Schönheit wie nie zuvor. Schuld oder Dank sei dem Brandschaden auszusprechen!“ (hl)