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Müllheim (gaa). Am 22. Januar 1963 wurde in Paris der deutsch-französische Freundschaftsvertrag geschlossen. Auf Initiative des Deutsch-Französischen Jugendwerkes überzeugten sich 31 Schüler und drei Lehrer des Deutsch-Französischen Gymnasiums Freiburg an diesem Gedenktag von der deutsch-französischen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Sie besuchten das Eurokorps in Straßburg und die Deutsch-Französische Brigade in Müllheim. Die deutschen und französischen Schüler erhielten einen Einblick in die Strukturen, die Aufgaben und den gemeinsamen täglichen Dienst in diesen multinationalen Großverbänden.
Die Schüler kamen aus der „Terminale“, der Klasse, die kurz vor dem Abschluss steht. In wenigen Wochen beginnt das AbiBac, das für die Schüler einen gleichwertigen Schulabschluss bedeutet, deutsches Abitur und französisches Baccalaureat. „Trotz der Vorbereitungen war die Resonanz auf die Einladung zum Truppenbesuch durchweg positiv“, stellte Oberstudiendirektor Martin Wedel fest, der als Direktor des deutsch-französischen Gymnasiums Freiburg seine Schüler begleitet hat. Einige trafen auf ältere Schulfreunde, die momentan ihren Wehrdienst in Müllheim leisten.
Dass hier deutsche und französische Soldaten zusammenarbeiten, ist alltägliches Geschäft, wie es auch in der gemeinsamen Begrüßung durch Brigadegeneral Bruno Pinget und Oberst Franz Pfrengle zum Ausdruck kam.
Dass es bei allen kulturellen Unterschieden trotzdem gemeinsam leichter geht, stellten die Abiturienten bei ihrem Gang durch die Kaserne fest. In der Umschlagstaffel des gemischten deutsch-französischen Versorgungsbataillons erfuhren sie zum Beispiel, dass deutsche Versorgungsgüter auf französischen Lkw transportiert werden und umgekehrt. Ein deutscher und ein französischer Soldat stellten ihre Ausrüstung „zum Anfassen“ vor. Und auch beim Mittagessen zeigte sich die Binationalität der Brigade: gutbürgerliche deutsche Küche verband sich mit französischer Finesse.
Vor genau 44 Jahren, am 22. Januar 1963 unterzeichneten der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer und der französische Staatspräsident Charles de Gaulle in Paris den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag. Als Elysée-Vertrag ist er in die Geschichte eingegangen. Er ist ein besonderes Zeichen der Versöhnung und zugleich Ausgangspunkt einer langanhaltenden Freundschaft und engen Zusammenarbeit zwischen den Nachbarn beiderseits des Rheins.
Der 44. Jahrestag der Unterzeichnung des Deutsch-Französischen Freundschaftsvertrages (Elysée-Vertrag) stand unter dem Motto „Frankreich: Neu entdecken – l’Allemagne: un pays à redécouvrir“. Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) gab im Rahmen eines „Entdeckertages“ deutschen und französischen Jugendlichen die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen französischer Unternehmen, die in Deutschland arbeiten und deutscher Unternehmen, die in Frankreich arbeiten, zu werfen.