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Die überdimensionalen, phantasievollen Gebilde im Hof der WG Müllheim kann man als Passant der Nußbaumallee nicht übersehen. Farbenfrohe Skulpturen aus Holz und Metall locken Neugierige an, um mehr zu entdecken. Wer die Schwellenangst überwindet um die Kunstwerke näher zu betrachten, merkt, dass dort ganz verschiedene Künstler am Werk sind. Jeden Mittwoch und Donnerstag trifft man dort fleißige junge Leute an, die eifrig und zielstrebig arbeiten. Ich spüre den Jugendlichen einen gewissen Stolz ab, wie sie zum Teil sehr selbständig mit den Werkzeugen beim Schmieden oder Schweißen umgehen. Für mich als Laie sieht das ganze Treiben sehr professionell aus.
Romy Reithinger
ist die Projektleiterin der Jugendagentur und Jugendwerkstatt. Als
Metallerin und Sozialpädagogin kann sie den jungen Leuten nicht nur
handwerkliches Fachwissen vermitteln, sondern ihnen auch sonst in der
Berufsfindungsphase eine gute Stütze sein. Heute nimmt sie sich Zeit,
um mir Wissenswertes rund um die Jugendagentur und Jugendwerkstatt
weiterzugeben. Das Projekt „Jugendwerkstatt“ ist ein Zweig des Forum
„Jugend-Beruf Müllheim“. Jugendliche, die keine Ausbildungsstelle
gefunden haben oder einfach eine Orientierungshilfe zur Berufsfindung
brauchen, haben hier eine solide Anlaufstelle gefunden. Zwei mal in der
Woche wird in der Werkstatt gearbeitet. An zwei weiteren Tagen ist Zeit
für individuelle Zielsetzungen: z B. Ausbildungs-, bzw. Praktikumssuche
oder Bewerbungstraining. Oft kommen Jugendliche, weil ihre Freunde hier
schon positive Erfahrungen gemacht haben. Manche wurden vom Arbeitsamt
oder ihren Schulen vermittelt. Im Jahr nehmen etwa 70 Jugendliche-
davon sind ca. 1/3 Mädchen- die Angebote in Anspruch. Manche bleiben
nur zwei Wochen. Andere eineinhalb Jahre.
Romy Reithinger macht ihre Arbeit sehr engagiert. Für sie ist es einfach motivierend, wie viele junge Menschen sich jetzt selbstbewusst neue Ziele stecken und oft auch erreichen. Einmal wöchentlich hat sie tatkräftige Unterstützung von Günther Holder, einem Bildhauer aus der Region. Das Projekt wird zum großen Teil aus Mitteln des europäischen Sozialfonds getragen. Andere Sponsoren unterstützen ebenfalls das Mutmachende Unternehmen. Vorläufig wird die Arbeit bis Ende 2007 finanziert. Frau Reithingers größter Wunsch im Blick auf die Jugendwerkstatt ist, dass es danach einfach weiter geht. Natürlich produzieren die Jugendlichen nicht nur für sich selbst. Einige der verschiedenen Objekte werden zum Verkauf angeboten. Besucher oder Käufer sind jederzeit herzlich willkommen. Am Freitag, den 1. Dezember zwischen 16 und 20 Uhr findet sogar ein attraktiver Adventsmarkt auf dem Hof statt. Für Live Musik und kulinarisches ist auch gesorgt. Bestimmt ist dort das eine oder andere außergewöhnliche Weihnachtsgeschenk zu finden!
Kontakt: 07631-938760, r.reithinger@forum-jugend-beruf.de
Sabina Dobslaw