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Ein Konzert ganz besonderer Art fand letzte Woche im Kulturzentrum Kratzbürste in Münstertal statt. Der örtliche Tauschring, eine Verbindung von Menschen die ihre Talente bargeldlos tauschen, lud die Sängerin Roswitha Dold ein. Roswitha Dold lebt im Hitzlihäusle in St. Peter nördlich von Freiburg. Als heimatverbundene Künstlerin singt sie in ihrer Sprache – auf Alemannisch. Roswitha Dold vermochte es in ihren Liedern und Balladen das Publikum in den Bann ihres eigenen Lebens zu ziehen. Mit ausdrucksstarker Stimme, von ihrem Gitarrenspiel begleitet, wurden Höhen und Tiefen von Vergangenheit und Gegenwart durchwandert. So schenkte ihr Vater seinen vier Töchtern symbolisch jeweils einen Berg, die sie ihm nun mit Geschichten zu jeden Berg in Liedform zurückgab.
Zur Stimmung passend ging beim Refrain „wenn der Wind vom
Belchen bloast“ ein Windstoß von einem geöffneten Fenster in den Raum
hinein. Neben vielen lustigen Geschichten wie die der Oma Sophie, die
für ihr Leben gerne Bergromane las, gab es auch Begebenheiten, die dem
Publikum leise Tränen aus den Augen rinnen ließen. So die Ballade von
der besten Freundin ihrer Kindheit, die sie aus den Augen verlor. Diese
Freundin „Schimmili“ verunglückte als Erwachsene bei einem Autounfall.
Roswitha Dold verstand es einen spannungsreichen Bogen zu schlagen. Aus
jeder melancholischen Stimmung wurde man sogleich mit einem fröhlichen
Lied heraus getragen. So folgte eine abenteuerliche Zugfahrt im ICE
nach Berlin oder auch die Geschichte vom Misthaufen der eines Tages in
Flammen stand. Nach starkem, freudigen Applaus und drei Zugaben wurde
der Sägerin ein großer Blumenstrauß überreicht. Sowohl die Gäste als
auch die Veranstalter verließen den Raum mit zufriedenen Gesichtern.
Der Tauschring Münstertal fühlt sich ermutigt in Zukunft erneut einmal
„in Kultur zu machen“.
Ann Zirker