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Freiburg (rs) - Vor 10 Jahren betrat die Freiburger Verkehrs AG
(VAG) neue Wege im Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Mit dem
Nachtbusverkehr „Safer Traffic“ versuchte sie, zunächst als einjährigen
Probelauf, in dem die Akzeptanz und die Wirtschaftlichkeit des neuen
Angebotes getestet werden sollte, in mehreren Nächten die Lücke
zwischen Straba-Betriebsende und –Betriebsanfang zu schließen. Was vor
10 Jahren als Experiment begann ist heute als Bestandteil des
regionalen und städtischen ÖPNV-Angebotes nicht mehr wegzudenken. Heute
reicht „Safer Traffic“ von Vörstetten, Heuweiler bis Bad Krozingen und
Staufen, von St. Peter bis Breisach. Er sorgt dafür, dass vor allem
junge Menschen zuverlässig und sicher nach Hause kommen. Im kommenden
Jahr wird der 500.000 „Safer Traffic“-Fahrgast erwartet!
Seit Bad Krozingen, Staufen, Schallstadt, Ebringen, Pfaffenweiler und Kirchhofen an den VAG-Nachtverkehr angeschlossen wurden, sind nach Beobachtungen der Polizei die Unfallszahlen in den Wochenendnächten auf der B 3 zwischen Freiburg und Bad Krozingen, im Schneckental signifikant zurückgegangen.
Der Anschluss der Umlandgemeinden wurde durch eine enge Zusammenarbeit mit der Südbadenbus GmbH möglich, die es der VAG gestattet, diese Linien in ihrem Konzessionsgebiet zu fahren.
Den Erfolg von „Safer Traffic“ können sich auch die Freiburger Umlandgemeinden auf ihre Fahnen schreiben, die dieses Angebot durch Übernahme von Taxikosten unterstützen. Nur durch ihre Bereitschaft in dieses ÖPNV-Angebot zu investieren, kann es so umfassend, regional und fahrgastorientiert sein.
Nichts ist so gut, dass es nicht noch besser werden könnte, aber, neue Angebote müssen sich zunächst „herumsprechen“. In den vergangenen Herbstferien wurde in Zusammenarbeit mit den angeschlossenen Gemeinden auch an Werktagen der 01.30 Uhr-Anschluss des Nachtbusverkehrs angeboten. Damit sollte vor allem der Zielgruppe älterer Schülerinnen und Schüler angesprochen werden. In der ersten Nacht, vom Mittwoch, 01. auf Donnerstag, 02. November, nutzten 23 Fahrgäste das Nachtbusangebot. Dieser Wert lag im Bereich dessen, was die VAG erwartet hatte. In der Nacht auf Halloween wurden 914 Fahrgäste in den Bussen gezählt, von denen 25 vom „Halt auf Verlangen“ Gebrauch machten!
Und so funktioniert der Nachtbusverkehr: Die fünf Ringbuslinien werden in den Nächten von Freitag auf Samstag und von Samstag auf Sonntag sowie in den Nächten vor Feiertagen um 01.30, 02.30, 03.30 und 04.30 Uhr ab Bertoldsbrunnen in Freiburg bedient und etwa 90 Prozent der VAG-Haltestellen erreicht. Um 01.30 und um 03 Uhr startet zudem jeweils ein Nachtbus der Firma „Tuniberg Express“ in Richtung Breisach.
Da „Safer Traffic“ kein Bestandteil des RVF-Angebotes ist, wird von der VAG ein Fahrpreis von 4 Euro erhoben. Inhaber einer RegioKarte, einer tagesgültige REGIO24-Karte oder eines Freiburger Studentenausweises bezahlen nur 2 Euro.
Wer in eine der angeschlossenen Umlandgemeinden oder in Richtung Ebnet, Kappel, Günterstal, Tuniberg fahren möchte, muss sein Fahrtziel beim Nachtbusfahrer anmelden, er bestellt dann an bestimmte Umsteigehaltestellen Taxen, die die Weiterfahrt „bis vor die Haustür“ übernehmen. Dieser Service kostet zusätzlich 1 Euro. Der Einsatz von Taxen in der Fläche trägt zur Kostenverringerung bei, denn es fallen nur dann Kosten an, wenn auch tatsächlich entsprechende Fahrtenwünsche bestehen. Die Taxikosten werden von den bedienten Gemeinden bezuschusst.