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das gegenseitige Interesse am benachbarten Land scheint groß zu sein. Nicht nur dass sich unsere Städte zu Partnerschaften verbinden, wie das deutsche Breisach mit dem französischen Neuf-Brisach und Saint-Louis. Auch Hartheim demonstriert seine seit 1993 bestehende partnerschaftliche Verbindung stolz durch einen mit beiden Wappen aufgedruckten Partnerschaftsstein, der wie ein Fels in der Brandung vor dem Rathaus in Hartheim ruht: „In Freundschaft verbunden“ untermauert den Ernst der Sache, als könne nichts die Idylle trüben. In Breisach führt eine der wichtigsten Brücken in der Region ins angrenzende Elsass und auf direktem Wege nach Colmar. Nicht umsonst nennt sich die badische Stadt „Brücke zu Europa“, die damit auch ihre Offenheit und Gastlichkeit suggerieren möchte. Aber auch deutsch-französische Schüler-Begegnungsstätten, Sprachtandems der Volkshochschulen sowie bilinguale Kindergärten und Schulen beweisen ihre Motivation, interkulturelle Kontakte zu knüpfen und zu pflegen. Es sind nur einige Beispiele von vielen, die sprachliche Barrieren abbauen wollen, um die beiden Regionen enger miteinander zu verflechten.
Um die Grenzen fallen zu lassen und das Miteinander auch im Alltag
zu leben, müssen wir, liebe Bürger, auch selbst die Initiative
ergreifen. Umso trauriger ist es, dass manch ein badischer Bürger immer
noch furios aus der Haut fährt, weil ein benachbarter Landsmann seinen
Wagen für zwei Minuten falsch parkt. Vielleicht sogar gleichgültig vor
seinem Laden! Sicher sollte sich der elsässische Falschparker an den
deutschen Ordnungssinn halten. Tut er es nicht, ist es kein Grund ihn
mit infamen Äußerungen und vulgären Handbewegungen unterhalb der
Gürtellinie zu beleidigen. Zückt nun der ordnungsliebende Badner auch
noch seine Kamera, um sich mit unnützem Beweismaterial gegen den
ordnungsschlampigen Elsässer zu rüsten, ist das Chaos perfekt. Hier
handelt es sich wohl eher um feindselige Machtdemonstration als um gut
gemeinte Verkehrsaufklärung!
Was nützen uns internationale Institutionen und Begegnungsstätten, die gegenseitiges Verständnis propagieren, wenn wir weiterhin unsere Freunde wegen Lappalien zum Teufel schicken? Wollen wir weiterhin Hass schüren und Vorurteile rumoren lassen? Es liegt an jedem einzelnen unter uns, die Brücken der Freundschaft zu schlagen. Gehen wir es an!
In Freundschaft, Amicalement Heike Loesener