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Stuttgart – Die Präventionsarbeit und das sicherheitsbewusste
Verhalten der Bevölkerung zeigen Erfolg: Im Jahr 2005 ist die Zahl der
Wohnungseinbrüche in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr um 11,6
Prozent auf etwa 110.000 Fälle zurückgegangen. Bei mehr als einem
Drittel aller Wohnungseinbrüche blieb es beim Versuch, weil den Tätern
buchstäblich „ein Riegel vorgeschoben“ war. Und auch eine aufmerksame
Nachbarschaft schreckt Diebe ab, wie eine vom DFK in Auftrag gegebene
Studie zur Einbruchsprävention belegt. Doch trotz dieser erfreulichen
Entwicklung haben Wohnungseinbrüche noch immer vor allem in der Herbst-
und Winterzeit Konjunktur. Und auch der im vergangenen Jahr durch
Einbrüche bundesweit entstandene Schaden in Höhe von rund 251 Millionen
Euro zeigt, dass hier nach wie vor Handlungsbedarf besteht. Zudem
bedeutet jeder Einbruch neben dem materiellen Schaden oft einen
schweren Eingriff in die Privatsphäre und damit eine starke
Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls. Wie Einbrechern ein Strich
durch die Rechnung gemacht werden kann, erläutert die Polizei im
Internet unter www.polizei-beratung.de/einbruchschutz. Hier kann auch
die Studie heruntergeladen werden.
Effektiver Schutz vor Einbrechern fängt bei einfachen Verhaltensregeln an. Gekippte Fenster und Terrassentüren sind geradezu eine Einladung für Diebe, lediglich ins Schloss gezogene Türen stellen kaum ein Hindernis dar. Die Polizei rät deshalb, Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit stets zu verschließen und die Haustür zweifach abzuschließen. Rollläden sollten zur Nachtzeit geschlossen werden. Bei längerer Abwesenheit empfehlen die Experten, beispielsweise Räume über Zeitschaltuhren so zu beleuchten, dass Fremde nicht erkennen können, dass die Wohnung oder das Haus unbewohnt ist. Darüber hinaus sollte der Haus- oder Wohnungsschlüssel niemals außerhalb der Räume deponiert werden.
Wirkungsvollen Schutz bietet zudem die richtige Sicherheitstechnik, denn ein Drittel aller Versuche scheitert bereits an geeignetem Einbruchschutz. Einbruchhemmende Fenster und Türen verhindern z.B. das sekundenschnelle Öffnen mit einem Schraubendreher. Darüber hinaus zeigen die Erfahrungen der Polizei, dass auch eine aufmerksame Nachbarschaft entscheidend hilft, den ungebetenen Gästen die Tour zu vermasseln. So konnten im Jahr 2005 durch aufmerksame Nachbarn allein in Bayern 186 Einbrüche verhindert und 91 Täter noch am Tatort von der Polizei festgenommen werden.
Dies belegt auch eine Studie zur Einbruchsprävention, die im Auftrag des Deutschen Forums für Kriminalprävention (DFK) von der Ruhr-Universität Bochum erstellt wurde. Wissenschaftler befragten Straftäter, die wegen Einbruchsdelikten zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden, um Erkenntnisse über die Auswahl von Einbruchsobjekten, zur Gewaltbereitschaft sowie zur Planungs- und Vorgehensweise zu erhalten. Die meisten der interviewten Einbrecher gaben an, dass sie das Risiko, von Zeugen gesehen zu werden, vermieden und eher Objekte gewählt hätten, bei denen sie eine eher geringe Aufmerksamkeit der Nachbarschaft vermuteten. Dies zeigt deutlich, dass neben technischen Sicherheitsvorkehrungen auch die Pflege einer guten und aktiven Nachbarschaft ein unverzichtbarer Sicherheitsfaktor für das eigene Wohnumfeld ist.
Konkrete Tipps zur Förderung einer sicherheitsbewussten und aufmerksamen Nachbarschaft gibt das Faltblatt „Ganze Sicherheit für unser Viertel!“, das bei jeder Polizeidienststelle kostenlos erhältlich ist.
Alles zum Einbruchschutz erfahren Sie im Internet unter www.lka-bw.de/Prävention/Sicherungstechnik.
Für eine individuelle Beratung zum Einbruchschutz wenden Sie sich an die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Ihrer Polizeidirektion. Eine Adressenliste finden Sie auch unter www.lka-bw.de/Prävention/Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen.
Die Beratungsstelle der Polizeidirektion Freiburg ist unter der Telefonnummer 0761/882-4191 zu erreichen.
Bild: Winterthur-Versicherung