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als Bürgermeister begrüßen Sie ausdrücklich die Entscheidung, die
Ladenschlusszeiten aufzuheben. Sie halten den Schritt im Interesse
einer kundenorientierten Ausrichtung für dringend notwendig. Sie
meinen, dass auch im ländlichen Raum Läden und Geschäfte sich den
gesellschaftlichen Veränderungen anpassen müssen. Sie sprechen von
Flexibilität und geändertem Freizeitverhalten.
Richtig, der Handel und Wandel muss sich den Veränderungen anpassen. Auf die Frage will ich hier mal nicht eingehen: inwieweit er das in diesem Falle leisten kann.
Die Verwaltung stellt auch Dienstleistungen zur Verfügung, die der Verbraucher (in diesem Falle doch irgendwie Kunde der Verwaltung) auch bezahlen muss. Beispielsweise, muss der Bürger, für eine einfache Unterschriftsbeglaubigung, ganz schön tief in die Tasche greifen. Diese kostenpflichtigen Dienstleistungen sind auch eine Leistung, die der Kunde, pardon Bürger, vielleicht gerne in der Zeit erledigen will, in der er seine Einkäufe tätigt – also möglichst auch „rund um die Uhr“. Damit wäre die von Ihnen geforderte kundenorientierte Ausrichtung für Müllheim „rund“. Hiervon ist in Ihrer Erklärung leider nichts zu finden.
Der Schlusssatz Ihrer Erklärung:
„Mit dem Angebot einer Großstadt können wir quantitativ nicht konkurrieren, deshalb müssen wir unser Augenmerk weiterhin auf die Qualität richten. Deshalb brauchen wir attraktive Öffnungszeiten.“ Hätte dann die Bedeutung, die sie ihm zumessen.
Ich unterstelle daher mal, Sie sehen das als selbstverständlich an, und haben es einfach vergessen. ODER!?
Werner Kleinfelder