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Sie gilt als Perle des Breisgaus: die Fauststadt Staufen mit der
alten Zähringer Burgruine auf dem weinbewachsenen Schlossberg. Vor
allem das weitgehend erhaltene und behutsam gepflegte mittelalterliche
Stadtbild zieht jährlich viele Besucher an. Zur Zeit der Weinlese Ende
September lädt der Gewerbeverein Staufen zum Verkosten nicht nur des
klassisch ausgebauten Weins. Die Winzer präsentieren den Rebensaft
frisch aus der Trotte und in den verschiedensten Gärstufen. Dazu passen
die deftigen Spezialitäten wie Zwiebelkuchen, Flammkuchen und Wähen.
Aber Staufen wäre nicht Fauststadt, wenn es ausschließlich ums Essen
und Trinken ginge: Es darf inszeniert werden. Dabei kann es schon sein,
das sich Straßen und Plätze im Städtle zur Bühne für Artisten und
Kleinkünstler von Format verwandeln. Oder die Altstadt wird zum
mittelalterlichen Markt, auf dem vom Stadttor bis zum Badehaus an alles
gedacht ist, was traditionelle Handwerker, Landsknechte, Spielleute und
Gaukler an Ambiente brauchen.
Zum vierten Mal steht der Staufener Herbst nun im Zeichen der Zeitreise. Zusammen mit engagierten Mitwirkenden aus der Bevölkerung, vielen Vereinen und Gästen bietet der Gewerbeverein mit den so genannten STAGES einen ganz besonderen Einblick in die Geschichte der Fauststadt von deren Gründung bis in die heutige Zeit. Im Mittelpunkt der dreitägigen Veranstaltung stehen die „Stages“, die Bühnen der Stadt, auf denen die Bilder der Stadtgeschichte lebendig werden. Geschichte und Geschichten, verborgene Schicksale der Staufener Bürgerschaft - hervorgestöbert aus Archiven, alten Urkunden und Überlieferung. Sie erscheinen in neuem Licht und verdichten sich zu einer einzigartigen Staufener Zeitreise. Und wenn Mephisto vom Dach eines der ältesten Gasthäuser in Deutschland auf dem Hochseil über den Marktplatz balanciert, dann weiß hier jedes Kind, dass es auch um Doktor Faustus geht. Als Alchemist und Goldmacher von den Herren von Staufen im Löwen einquartiert, wurde er in einer stürmischen Nacht ebenda mit den unabwendbaren Folgen seines Pakts mit dem Teufel konfrontiert. „Vom Teufelsritt zum Mikrochip“ heißt darum das Motto des Samstagabends der diesjährigen Zeitreise (30.9.06). Zusammen mit dem Faust-Gymnasium, insbesondere mit der dort wirkenden „Hardware-AG“, die als Hightech-Tüftlerschmiede seit Jahren zu den notorischen Preisgewinnern naturwissenschaftlicher Nachwuchswettbewerbe zählt, werden Fluch und Segen menschlichen Forscherdrangs, Legenden und Visionen im Mittelpunkt stehen. Mit dem Projekt reüssierte Staufen unter Tausenden Einsendung als ausgewählter Ort im Rahmen der Aktion „Deutschland - Land der Ideen“, der größten Veranstaltungsreihe, die es in Deutschland je gegeben hat: 365 Orte an 365 Tagen.
Selbstverständlich warten Gastronomie, Handel und Gewerbe mit Angeboten auf, die sich an historischen Epochen ausrichteten. Verlängerte Laden-Öffnungszeiten und der verkaufsoffene Sonntag runden die Veranstaltung ab, die spannende abwechslungsreiche Unterhaltung und vielfältigen Erlebniseinkauf zugleich verspricht.