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(Klaus
Amann) Wer Gold suchen und finden will, der braucht mit seiner Waschpfanne
nicht mehr nach Kalifornien, Südafrika oder nach Australien
zu reisen, denn dieses Edelmetall gibt es auch im Altrhein bei Neuenburg
zu entdecken. Nun geht es bei diesem Rheingold weder um dicke Goldbrocken
noch um den Schatz der Nibelungen, sondern um winzig kleine Goldflitterchen.
Doch das Schöne bei diesem Spaß im Angebot der REGIO
–Volkshochschule: alle dem Neuenburger „Goldräuschle“ Verfallenen
werden auch tatsächlich fündig.
Die neue Attraktion für Urlauber, Tagesgäste und Einheimnische knüpft an das uralte Phänomen Goldfieber an, jene Augen glänzende Faszination aus alten Goldsucherzeiten am Oberrhein. Gemessen an der Nachfrage und am Umfang der Berichterstattung in Zeitungen, sowie Rundfunk und Fernsehsendungen hat die Stadtverwaltung zusammen mit der Volkshochschule wohl einen Volltreffer gelandet.
In den Kursen des Chef-Goldsuchers Franz Josef Andorf aus Titisee-Neustadt erfahren die Neulinge eine Menge zur Geschichte und Praxis des Goldwaschens. Mitzubringen sind neben einer Riesenportion Geduld und Ausdauerwille, dem Wetter angepasste Bekleidung, gutes Schuhwerk, einige Pausenvesper und Getränke, ebenso Schutzmittel gegen Sonnenbrand und Stechmücken, sowie eine kleines Fläschchen, um die gefundenen Goldstückchen zu sichern.. Die Ausrüstung wird gestellt; sie besteht aus Schaufel, Geröllreuse und einer Waschpfanne. Nur kleine Teilnehmer-Lücken gibt es in den Ausbildungskursen, denn die Teilnehmerzahl ist begrenzt und die Nachfrage groß.
In früheren Jahrhunderten habe man an vielen Stellen des noch wilden, in viele Arme aufgefächerten Hoch- und Oberrheines Gold gewaschen, berichtet Franz Josef Andorf. Besonders die Fischer hätten sich zusätzlich dem Goldwaschen gewidmet. Allerdings durften sie ihre Fundstückchen nicht behalten, sondern sie mussten die Ausbeute zu einem festgesetzten Preis an die Obrigkeit abliefern und zwar für die Herstellung von Münzen. Heute gäbe es nur noch wenige Relikte aus der Zeit der Rheingoldwäscher. Vor dem Rathaus in Goldscheuer bei Kehl erinnere beispielsweise ein Denkmal an die „goldene Zeit” der Vorväter.
Das Rheingold habe seinen Ursprung in den Schweizer Alpen und gelange über die Emme durch die Aare bei Waldshut in den Rhein, erläutert Kursleiter Andorf. Ursprünglich entstamme das Gold aus abgetragenen Goldquarzgängen und komme am Napf (Gebirge zwischen Luzern und Bern) in „Seifen“ vor. Beim Transport flussabwärts verringere sich das Volumen und es entständen Goldflitterchen, deren Gewicht letztendlich nur noch tausendstel Gramm betrage.
Bei der Goldgewinnung in Ufernähe des Rheins – so lernen es die Neulinge - wird Geröll auf eine Schleuse geschaufelt, um den zwischen den Kieselsteinen haftenden, schweren Schlick zu gewinnen. Dann wird das Konzentrat mit Hilfe der Waschpfanne ausgewaschen. Übrig bleibt der „schwarze Sand”, in welchem die Goldflitter gefunden werden – oder halt auch nicht.
Kursleiter Franz Josef Andorf kennt die Verhaltensweise seiner Schülerinnen und Schüler ziemlich gut, denn wer sein erstes Gold mühselig und glücklich gefunden hat, der wird rasch vom Phänomen Goldfieber erfasst. Erfahrungsgemäß seien die „Erkrankten“ dann kaum noch dazu zu bewegen, eine Pause einzulegen, denn zwischenzeitlich könnte ja der Nachbar ein Riesengoldkörnchen oder gar ein „Nugget” im schwarzen Rheinsand entdecken.
Vom Neuenburger Rathaus aus beobachtet Bürgermeister Joachim Schuster wohlwollend die neue Goldsuche im Altrhein. Ob er bereits über eine „Goldsteuer“ nachdenkt, sollte es vielleicht doch zur Entdeckung eine spektakulär bedeutenden Goldader kommen?
Terminauskünfte: REGIO Volkshochschule Neuenburg am Rhein 07631 / 791-113