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Ich bin kürzlich wieder aus Japan zurückgekehrt und hatte dort bei
meinem Trainer, Großmeister Osnao selbst Unterricht genommen.
Nun, das Schicksal wollte es wohl so, dass zwei Menschen wie Osano-Sensei und ich mit den gleichen Ideen so weit auseinanderleben und trotzdem zusammenarbeiten können. Der Umstand der großen Distanz schürt bei mir immer den Faktor „Neugierde“ und treibt mich weiter. Ich beschäftige mich jetzt seit fast 40 Jahren mit dieser Kunst und je älter ich werde, um so intensiver dringe ich in die Thematik ein und lässt mich nie mehr los. Und Osano-Sensei bleibt für mich eine lebende Enzyklopädie der Kampfkünste.
Nein! Das ist so wie bei einem guten Essen. Da ich beim Essen genauso viel wert auf Qualität und Qualität lege, ist es für mich immer ein Vergleich wert. Wenn ich also nur Kochrezepte lese, brummt mir der Magen und es wäre nur ein sehr oberflächlicher Genuss. Und so ist es auch mit der Kampfkunst. Daher muss ich mich tagtäglich in Theorie und Praxis damit beschäftigen und alle Mühen in Kauf nehmen. Nur so gelange ich an die Essenz der Erkenntnis.
Ganz und gar nicht. Selbstverständlich, wenn ich Angehörige von Sicherheitsdiensten unterrichte, demonstriere ich keine klassischen Techniken. Das wäre fürwahr ein Anachronismus. Abgesehen davon haben meine eigenen Erfahrungen als früherer Polizeibeamter einen erheblichen Einfluss auf solche spezifischen Seminare. Aber Tatsache ist, dass alle modernen Formen der heutigen Selbstverteidigung aus den alten Kriegskünsten entstanden sind. Und früher wurden diese Techniken zur Verteidigung und zum Angriff genutzt. Nur heute muss man bei einer modernen und z.B. berufsbezogenen Ausbildung in Sachen Selbstverteidigung auf viele Dinge Rücksicht nehmen. Die rechtlichen Voraussetzungen bei einem Einsatz solcher Techniken, das maximale Ausnutzen körperlicher Fähigkeiten , die Verwendung jedweden Hilfsmittels (Kugelschreiben, Scheckkarte, Schlagstöcke, Waffen) zur Abwehr und zum Angriff - alles unter der Voraussetzung , ein renitentes Gegenüber im Rahmen der juristischen Vorgaben kontrollieren, oder auch stoppen zu können. Solche Kenntnisse lasse ich natürlich auch in meinen aktuellen Selbstbehauptungskursen für Frauen einfließen. Als Lehrer bedeutet dies für mich immer auf dem neuesten Stand zu sein. In Theorie und in Praxis.
Unabdingbar sind die spezifischen juristischen Kenntnisse, wenn ich das Thema Selbstverteidigung vermittele. Auch die Themen Sportpsychologie, Sportmedizin, Sporternährung, Kenntnisse aus dem Bereich der Trainingsmethodik, - all dies ist ein Muss an Wissen für einen Trainer!
Ich bewege mich im Moment mit 7-Meilen Stiefel auf Dinge zu, die für mich und meine Frau für die nächsten 50 Jahre von Bedeutung sind.
Ja, dann bin ich erst 98 alt und will immer noch mehr wissen! Ich bin ausgebucht mit Seminaren bis Ende des Jahres und die Planungen für 2007 laufen auf vollen Touren. Seminare in der Südsee, in Japan, in Europa....
Und solange ich keinen Kabelbrand in meine „Batterie“ bekomme, gebe ich Gas!
Ich danke Ihnen.