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Freiburg. Prof. Dr. Matthias Brandis, Ärztlicher Direktor der Freiburger Universitätsklinik, sieht die Sache realistisch: „Ohne Bürger, die bereit sind, ihre privaten Geldbeutel zu öffnen, gerät das Gesundheitssystem in diesem Land immer öfter an seine Grenzen.“ Zum Glück leisten solche Bürger an der Freiburger Klinik tatkräftige Hilfe. Seit mehr als 26 Jahren gibt es den Förderverein für krebskranke Kinder Freiburg e.V. Und dessen Kuratorium für Forschung und Wissenschaft hat in den zehn Jahren seines Bestehens bereits Spenden in Höhe von fast sieben Millionen Euro an die Kinderklinik überwiesen.
Als sich am 21. Juni 1996 eine kleine Gruppe von Geschäfts- und Privatleuten, überwiegend aus der Ortenau, zusammenfand, um das Kuratorium zu gründen, waren die öffentlichen Kassen noch nicht ganz so leer wie heute. Gleichwohl war den Initiatoren schon damals bewusst, dass ohne Eigeninitiative bald nichts mehr gehen werde. Inzwischen hat sich, so bestätigt auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Umfang der öffentlichen Förderung im Gesundheitswesen um 25,9 Prozent verringert. An Krebs erkrankte Kinder, die in Freiburg um ihr Leben kämpfen, und deren Familien werden heute, neben der physischen und psychischen Belastung, auch mit einem deutlich höheren finanziellen Aufwand konfrontiert.
Werner Kimmig, Fernsehproduzent aus Oberkirch und Präsident des Kuratoriums, jagen solche Erlebnisse einen Schauer über den Rücken. Da sagte eine betroffene Mutter: „Ich dachte, etwas Schlimmeres als die Diagnose Krebs bei meinem Kind könnte mir nicht passieren. Aber dann kam der Kampf mit der Krankenkasse.“ Bei einem Treffen der Kuratoriumsmitglieder in der Freiburger Kinderklinik fragte Kimmig darum unlängst in die Runde: „Wie können wir ruhig schlafen, wenn wir uns die Konsequenzen weiterer Einsparung an der Kinderkrebsklinik ausmalen?“ Kimmigs Devise und die seiner inzwischen fast 40 Mitstreiter aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Showbusiness, lautet daher auch in Zukunft: „Jedes Kind, das heute an Krebs sterben muss, ist eines zu viel.“
„Die Aktivitäten des Kuratoriums sind Beispiele eines absolut ehrenamtlichem Engagements, das zu den erfolgreichsten des Landes zählt“, sagt auch Bernd Rendler, Vorstandsmitglied des Fördervereins für krebskranke Kinder. So konnte mit dem zu großen Teilen vom Kuratorium finanzierten Bau des Hauses Feldberg nicht nur die Leistungsfähigkeit der Freiburger Kinderonkologie erheblich gesteigert werden. Auch den Anbau an das Elternhaus des Fördervereins und die Umgestaltung des dort angesiedelten Geschwisterkindergartens hat das Kuratorium mit großen Spenden unterstützt. Das Kuratorium bezahlt in Freiburg zudem die Stellen einer Sozialarbeiterin und einer Psychologin. Mit seiner Hilfe konnte das Netzwerk „Kinderonkologie im badischen Raum“ (KOBRA) aufgebaut werden, das eine heimatnahe Versorgung der kleinen Krebspatienten ermöglicht. Schließlich finanziert das Kuratorium an der Freiburger Kinderklinik derzeit zwei Arztstellen und eine Koordinationsstelle im Bereich der Stammzelltransplantation. Letztere dient nicht nur der Forschung, sondern auch der hochqualifizierten Patientenversorgung.
Eines der ehrgeizigsten Projekte ist der Kauf eines Magnetresonanztomografen, der Ende des Jahres an der Unikinderklinik in Betrieb genommen werden soll. „Anfangs war dies ein Projekt, dessen finanzielle Dimension mit 1,6 Millionen Euro astronomisch erschien“, sagt Werner Kimmig. „Doch durch die intensive Bemühung aller Kuratoriumsmitglieder und des Fördervereins ist es gelungen, das Geld zusammen fast komplett zu bekommen.“ Geholfen haben auch Verbindungen zum Haus Burda und zu der Vorsitzenden der Felix-Burda-Stiftung, Dr. Christa Maar. Dadurch konnte der Kaufpreis erheblich reduziert werden. Für die Kinderklinik und ihre kleinen Patienten wird das Gerät ein Segen sein, wie die beiden Professoren Matthias Brandis und Markus Uhl bestätigen. „Würden wir heute solch ein Gerät bestellen, bekämen wir es voraussichtlich erst in 20 Jahren. So groß ist der Investitionsstau“, sagt Matthias Brandis. Mit dem bildgebenden Verfahren des Magnetresonanztomografen ist es möglich, auch kleinste Tumor- und Entzündungsherde schmerzfrei und ohne Strahlenbelastung zu diagnostizieren. Zur Zeit müssen die kleinen Patienten der Freiburger Uniklinik dafür noch in ein anderes Gebäude überführt werden. Weil es für viele Kinder unmöglich ist, eine halbe Stunde oder länger still in der engen Röhre zu liegen, erhalten sie ein Schlafmittel. Lange Wartezeiten im MRT-Raum setzen das Mittel jedoch oft außer Kraft. Das Kind wird in der Röhre wach. Für eine angepasste Tumorbehandlung sind dann oft viele MRT-Untersuchungen nötig.
Von der Ärztlichen Direktorin der Freiburger Kinderklinik, Dr. Charlotte Niemeyer, stammt der Ausspruch: „Der Förderverein und das Kuratorium bieten mir das Trampolin, auf dem ich springen kann.“ Um ihr weiter die Chance zu geben, zu springen, sind Kuratorium und Förderverein aber nicht zuletzt auf die Mithilfe vieler Spenderinnen und Spender angewiesen. Die beiden Organisationen freuen sich über jeden Betrag, der auf einem der folgenden Konten eingeht.
Spenden: Sparkasse Freiburg, BLZ 680 501 01, Konto Nr.: 230 045 4, Volksbank Freiburg, BLZ 680 900 00
Kontakt zum Förderverein:
Bernd Rendler, Butschbacher Straße 47, 77704 Oberkirch, Tel: 07802-3347, bernd.rendler@helfen-hilft.de
Johannes Bitsch, Blumenstraße 12a, 77704 Oberkirch, Tel: 07802-981809, johannes.bitsch@helfen-hilft.de