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Schwirrt da etwa ein Kolibri? Nein, es ist ein Taubenschwänzchen. “Vielen erscheint das Taubenschwänzchen wie ein Kolibri, weil es sehr schnell und wendig fliegt”, sagt Rainer Stoll vom NABU Müllheim Was da zugegebenermaßen kolibrigleich von Blüte zu Blüte fliegt, ist aber ein Schmetterling. Der erstaunliche Wanderfalter kann Dank seiner hervorragenden Flugeigenschaften bis zu 2.000 Kilometer zurückzulegen.
Wie in den Sommermonaten der letzten Jahre ist das Taubenschwänzchen
auch dieses Jahr wieder vermehrt in unseren Breiten zu beobachten.
Eigentlich ist der wendige Schmetterling in Regionen südlich der Alpen
beheimatet. “Wie einst Hannibal überqueren die Taubenschwänzchen die
Alpen – in umgekehrter Richtung zwar, aber es geht um eine Strecke, die
man einem winzigen Schmetterling nicht ohne weiteres zutrauen würde”,
so Stoll. Während die meisten Taubenschwänzchen erst nach der
bemerkenswerten Alpentour bei uns ankommen, überwintern mittlerweile
auch einige Exemplare in klimatisch günstigen Regionen nördlich der
Alpen. Für den NABU Müllheim spricht einiges für eine Erweiterung des
Verbreitungsareals der Taubenschwänzchen: “Nachdem die Überwinterer im
März ihre Eier abgelegt hatten, sind deren Nachkommen Mitte Juni
geschlüpft. Nun überquert erfahrungsgemäß im Frühsommer noch einmal ein
Schub aus dem Mittelmeerraum die Alpen, so dass im Laufe des Sommers
sowohl Mittelmeer-Taubenschwänzchen wie auch in Deutschland geborene
Tiere auftreten und dabei immer weiter nach Norden wandern”.
Die faszinierenden Schmetterlinge schwirren unermüdlich von Blüte zu Blüte. Selbst in der Mittagshitze oder bei Regen ist das Taubenschwänzchen im Gegensatz zu vielen anderen Insekten bei der Arbeit. Der Nektarsauger fliegt vor allem Blüten mit langem Kelch an, weil er dort den Vorteil seines gut drei Zentimeter langen Saugrüssels am besten ausspielen kann. Gerne kommt das Taubenschwänzchen in Gärten, wo es an Geranien, an Lichtnelken, Phlox und Sommerflieder Nektar tankt. Auch Schmetterlingsblütler wie Rotklee und Luzerne auf Äckern und Wiesen sind beliebte Nahrungsquellen. Vor jeder Blüte bleibt der Südländer kurz im Schwirrflug stehen und wechselt dann zur nächsten Blüte. So kann das Taubenschwänzchen in fünf Minuten mehr als hundert Blüten besuchen”, weiß Rainer Stoll.
Viel Wissenswertes über Schmetterlinge und zum schmetterlingsfreundlichen Gärtnern finden sich in der NABU-Broschüre “Schmetterlinge – Wesen aus Licht und aus Luft”, die gegen 6 Briefmarken a 55 Cent angefordert werden kann beim NABU-Landesverband, Tübinger Straße 15, 70178 Stuttgart, Telefon (0711) 96672-12, Fax (0711) 96672-33. Weitere Infos gibt‘s auch unter www.nabu-bw.de