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HARTHEIM(sli) Im Schatten der echten wurde in der Hauptschule
Hartheims zwei Tage lang, am 11. und 12. Juli, eine Mini-Fußball-WM
ausgetragen. Fußballturniere in jeglicher Form gab es ja in den letzten
Wochen unter dem Motto: „Zu Gast bei Freunden“ zur Genüge. Dennoch
fällt dieses Turnier unter die Kategorie „Besonderes“. Aufgestellt und
allein verantwortlich ausgeführt haben es nämlich die Fünftklässler der
Alemannenschule. Ihre Klassenlehrerin Christine Kempf hatte die
WM-Projekttage angeboten. Alles Wissenswerte rund um die teilnehmenden
Länder, zur Geschichte des Fußballs, zur Werbung drumherum und
natürlich zu den Fußballstars sollten die Schüler kennen lernen. Im Nu
entwickelte sich aus diesem Projekt ein Live-Act auf heimischem
Schulrasen. Ziemlich schnell war den Jungs und Mädchen aber klar:
„Allein gegeneinander macht das keinen Spaß.“ Die Kinder sprachen
daraufhin bei Lehrern und Kameraden der 6. - 9. Klassen vor. Eine
Teilnehmerliste wurde erstellt und nach kurzer Zeit waren 60
„Fußballbegeisterte“ darauf eingetragen. Das große Interesse bis in den
höchsten Klassenjahrgang führte wiederum zu neuen Herauforderungen,
denn die „WM-Beauftragten“ erkannten: „Die Kleinen gegen die Großen,
das ist schlichtweg unfair. Und was ist mit den Mädchen?“. So kam es,
dass bei diesem Turnier alles anders sein sollte, als man es bisher von
einem Fußballturnier gewohnt war, bestanden doch die Mannschaften
jeweils aus Schülern der Klassen 5 – 9, in der Jungen und Mädchen
gemeinsam spielten. Grandios der Einfall den Teams die Namen der
teilnehmenden Nationen wie bei der echten WM zu geben. „Das Beste
aber“, so Klassenlehrerin Christine Kempf: „Der Spielplan kennt kein
Ausscheiden und somit keine Verlierer.“ Zusammen mit ihrem Kollegen
Sebastian Jung half sie den Kindern aus ihrer Klasse alles Wichtige im
Voraus auf die Reihe zu bekommen. Ein Spielplan wurde entworfen,
Plakate wurden gestaltet, Tore beim SV-Hartheim ausgeliehen,
verschiedene Lehrer als Schiedsrichter geworben und natürlich ein
Duplikat des WM-Pokals hergestellt. Wer nicht mitspielen wollte, war
einfach als Zuschauer dabei oder half bei den Verpflegungsständen mit.
Zwei Tage lang gaben die Mannschaften in den für das Turnier
freigegebenen ersten zwei Schulstunden alles. Nur ein heftiger
Gewitterschauer konnte den Spielplan für einen Moment aus den Angeln
heben. Nach der Schlussrunde des Finales stand als WM-Sieger (zu diesem
Zeitpunkt schon eine prophetische Schau) die Mannschaft der Italiener
vor Brasilien und der Niederlande fest. Am Ende des WM- Projekts haben
wohl alle Teilnehmer einiges an Erfahrung hinzugewonnen. „Denn“, so
Christine Kempf, „die Kinder lernten sich während des Turniers viel
besser kennen und einzuschätzen als vorher im normalen Schulbetrieb“.
Die vorherrschenden imaginären Klassengrenzen lösten sich schlichtweg
auf. Rektorin Bettina Karcher betonte nach dem Schlusspfiff: „Die
Schüler machten das ganz toll. Sie haben alle fair und anständig
gespielt. Da kann man nur staunen.“