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Wie ein summender, aufgeregter Bienenschwarm flogen die Prüflinge
des Faust-Gymnasiums am Montag voriger Woche in den Filmsaal ein, wo
der Prüfungsvorsitzende Herr Dr. Kaltenbrunner, Direktor des
Theodor-Heuss-Gymnasiums, sie offiziell zur mündlichen Abiturprüfung
begrüßte. Er sprach, in Anlehnung an Sokrates, von der alten
Hebammentradition, die die Prüfungskommission befolgen werde: Ans Licht
zu heben, was da ist. Ganz nebenbei gelang es ihm durch seine
langjährige Erfahrung, eine gute Atmosphäre zum Prüfungsstart zu
schaffen.
Ob leger gekleidet mit Strohhut und kurzer Hose, ob seriös mit Anzug und weißem Hemd oder schick mit Spitzenbluse und getuschten Wimpern, trotz Vorbereitungsstress leuchtete die Sonnenbräune der letzten Woche in den Gesichtern der Prüfungskandidaten. Mochte die Sonne oder die fleißige Vorbereitung der Schüler die Ursache sein, sie schienen insgesamt vor der letzten Hürde ihres Abiturs „gut drauf“ zu sein, wie Herr Kraus, der Schulleiter des Faust-Gymnasiums, es ausdrückte. Dass sie zudem ihr Wissen „gut drauf“ hatten und es präsentieren konnten, zeigten sie in insgesamt 191 mündlichen Prüfungen.
Bei erträglichen Temperaturen und mit guter Verpflegung durch ein sommerliches Menü in der Cafeteria begann der Prüfungsmarathon. Dank der professionellen Organisation der Prüfungsabläufe durch die Oberstufenberater Herrn Marx und Herrn Dr. Meyer liefen am Montag und Dienstag reibungslos in 30 Räumen parallele Abiturprüfungen. Dabei war das Faust-Gymnasium auch verantwortlich für das diesjährige Schulfremdenabitur des Regierungspräsidiums Freiburg. 15 Kandidaten legten dabei in vier Fächern mündliche Prüfungen ab.
Was im Lauf der Prüfungstage im 20-Minuten-Takt von den „Hebammen“
ans Licht gehoben wurde, kann sich sehen lassen. Die Abiturienten
erreichten insgesamt einen Notendurchschnitt von 2,18 – besser als der
baden-württembergische Durchschnitt. Zwei Abiturientinnen dürfen sich
über einen Spitzenschnitt von 1,0 freuen: Bettina Bauer und Theresa
Heizmann. Etwas mehr als ein Drittel erreichte einen Schnitt zwischen
1,1 und 1,9. Für besonders herausragende Leistungen erhielt Philipp
Mangold den Scheffel-Preis im Fach Deutsch, Bettina Bauer den
Schnabel-Preis im Fach Geschichte, Thomas Gutmann Preis der
Deutschen-Physikalischen Gesellschaft, Florian Wagner die Maul-Plakette
im Fach Sport und Markus Gerstner den Prix Apollinaire in Französisch.
Der Förderkreis vergab weitere Preise und Urkunden für hervorragende
Schülerleistungen und vielfältiges Engagement z.B. in der SMV, beim
Schultheater und bei Schulkonzerten.
Unter dem Motto „Abi 06 – Wissen macht sexy“ feierten die Schüler am Samstag den „Sexy Summer-Dance“-Ball, zu dem viele illustre Gäste begrüßt werden konnten. Mit dem antiken Topos der Kritik an der faulen, luxusverliebten Jugend eröffnete der Schulleiter des Faust-Gymnasiums, Herr Kraus seine Abiturrede. Dieser Topos lasse sich bei oberflächlicher Betrachtung auf die heutige Jugend anwenden. Die vielbeschrieene „Spaß- und Freizeit-Generation“ aber - „internet-gestählten“ und konsumverwöhnt - zeige in der Schule ganz andere Seiten. Herr Kraus würdigte ausdrücklich ihren Teamgeist und ihre Kreativität, die sich im Engagement für schulische Projekte gezeigt hat. Er ermutigte die Abiturienten, sich ihre Visionen trotz der künftig schwierigen gesellschaftlichen Situation zu erhalten. Sechs Zitate aus der Welt des Fußballs gab er ihnen als handfeste Tipps mit auf den Weg, so z.B.: „Auch wenn es eigentlich unmöglich ist, ist es noch möglich“ - ein Stefan Effenberg-Wort, das Appellcharakter hat. Stellvertretend für alle Abiturienten dankte anschließend auch Jonathan Mengel den Lehrern und Eltern für ihren Einsatz und verglich die Schulzeit mit einer 13jährigen Vereinskarriere im Fußball, bei der im Endspiel nun dank unermüdlichen Trainereinsatzes der Abi-Pokal nach Staufen wanderte.
Froh, erlöst - und mancher sogar barfuss, so kamen die Schüler aus ihren Prüfungen. Ob die Wege, zu denen die Abiturienten nun aufbrechen, stets barfuss zu beschreiten sind, werden sie selbst herausfinden. Jetzt fliegt der Schwarm aus, ins Freie, diesem vielversprechenden Sommergeruch nach, der auch in „Ingrid Babendererde“, einem „Reifeprüfungs-“Roman des Autors Uwe Johnson von 1953 die Luft füllt: „Der Tag roch nach jungem Gras in der Sonne“. Herzlichen Glückwunsch!, Möge der Höhenflug Sie alle zu einem guten Ziel führen:
Bad Krozingen: Andreas Faschian; Lena Kölblin, Georg Vohl; Staufen: Anita Andergassen, Lukas Augustin, Beckenbauer Dominik; Biehl Michael; Block Anne; Burger, Annina; Dreher, Annette; Epp, Valerie; Frater, Laura; Katrin Fricker, Marie-Sophie Fünfgeld, Gerrit Gertzmann, Janina Gill, Maximilia Grösche, Jonas Haaf, Kolja Haaf, Patrick Haubruck,; Cosima von Hohenthal, Benedikt Ketterer, Caroline Linsenmeier, Philipp Mangold, Jonathan Mengel, Kathrin Ortlieb, Julia Plaha, Jan-Alexander Rau, Susanne Rentsch, Eva Christina Rütschle-Stickel, Carl-Victor Staeudinger, Jakob Stähle, Matthias Wehrmann, Judith Wengenmayr, Tilman Würger,Schallstadt: Fabian Beckert, Anja Eifler, Alexandra Gröbl, Barbara Jenne, Sarah Müller, Daniel Stork, Ehrenkirchen: Veronika Glotz, Leif Jacob, Sebastian Margenfeld, Hanna Nestel, Nicola Sand, Sabrina Schmutz, Peter Schultz, Florian Wagner, Norsingen: Miriam Flaig. Münstertal: Julian Feige, Christoph Franz, Nico Gutmann, Thomas Gutmann, Franziska Ziegelmüller, Bremgarten: Sven Andris, Ballrechten-Dottingen: Florian Brand, Eva Burgert, Anna Maria Garber, Philipp Grunwald, Sebastian Hirning, Friedhelm Kreutz, Karin Löffler, Isabel Pfundstein, Leonid Weinberger, Conrad Wieser, Bollschweil; Tanja Beck, Julia Hermann, Joachim Lais, Barbara Lutz, Ebringen: Benedikt Jander, Pfaffenweiler: Julia Allgaier, Markus Gerstner, Theresa Heizmann, Juliette Metze, Franziska Peschke, Florian Schmid, Lukas Zielke, Sulzburg: Bettina Bauer, Laura Wälder, Müllheim: Matthias Jöllenbeck, Heitersheim: Bernhard Beringer, Joachim Dolezik, Janine Gutzmer, Isabel Haas, Alexander-David Jaensch, Philip Lahr, Dominic Liebisch, Nicola Martin, Andreas Nußbaumer, Elmar Orendi, Peter Quint, Fabian Stichling, Julia Stopper, Lisa Waselikowski, Simon Wutke, Eschbach: Christian Casar, Rebecca Dreyer.