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Im kleinen Tonstudio vom Jugendhaus in Müllheim sitze ich Juri Franz gegenüber und höre seinen selbst komponierten und gesungenen Hip Hop.
Die Hip Hop Bewegung hat ihren Ursprung zu Beginn der 80 er Jahre in New York und Los Angeles. Schwarze Jugendliche in den Ghettos entwickelten diesen Sprechgesang als Alternative zu Bandenkriegen, Man beschimpfte sich gegenseitig in dieser Musikform. Später mischte sich Breakdance mit Hip Hop.(Breakdance ist eine Tanzart die es schon seit den 70er Jahren gibt.)In dieser Kombination tanzt eine Person mit schnellen nahezu akrobatischen Bewegungen und u.A. flotten Drehungen auf dem Kopf. Das Ziel ist, besser als sein Konkurrent zu sein, mit dem er im Wechsel tanzt. Die Zuschauer feuern die Akteure an und stehen im Kreis um das Geschehen.
Juri Franz, sein Künstlername ist X-treme und sein Cousin Waldemar
Franz, er nennt sich Mind-Fist sind ein eingespieltes Team. Gemeinsam
komponieren sie die Melodien, die sie am PC mit Keyboard umsetzen. Die
Texte entstehen später. Sie lassen sich von ihre eigenen Musik
inspirieren. Ihre Themen sind sehr weit gefächert: Sehnsüchte,
alltägliche Probleme, ihre Herkunft und die damit verbundenen
Konflikte. (Die Cousins kommen aus Kasachstan.) Aber auch Witz und
Lebensfreude ist aus den Texten herauszuhören.
Die Musik von den Beiden geht einem unter die Haut. Sie hat durchaus Tiefe und Reife, wirft Fragen auf und provoziert. Manchmal provoziert sie auch eine ganz bestimmte Person, die dann genau weiß, dass nur sie gemeint ist. Das ist dann natürlich ein anderer Hip Hoper, der zu einer Antwort aufgefordert wird. Primitive Beschimpfungen vermeiden die Beiden bewusst, das ist ihm viel zu „arm“ meint Juri Franz. Ihre Beats (Melodien) sind alles andere als langweilig, denn sie lassen sich von jeder Art von Musik inspirieren. „Jeder Musikstil hat seinen Reiz und hat etwas zu sagen“ fügt er hinzu.
Mit 12 Jahren hat er angefangen, Breakdance zu tanzen als Jugendliche aus Lörrach und Freiburg ins Jugendhaus kamen und Kurse anboten. Er trainierte viel und lernte auch von Hip Hop Videos. Mit 16 fing er an zu rappen (den Hip Hop zu singen) und ein halbes Jahr später selbst Texte zu schreiben. Zum Glück hatte er die Möglichkeit, mit anderen zusammen ein kleines Tonstudio im Jugendhaus einzurichten. Mittlerweile hat er zuhause sein eigenes Tonstudio und ist etliche Male bei verschiedenen Gelegenheiten und Festen aufgetreten; kurze Zeit auch mit fünf anderen Freunden – sie nannten sich die D-Tracks. Seit zwei Jahren bietet er auch Kurse in Breakdance, an die bis jetzt von vielen Teenagern in Anspruch genommen wurden.
Im letzten Jahr bekamen die Beiden hin und wieder Hilfe und gute Ratschläge von Bizness, einem namhaften Hip Hoper. So konnte auf einem guten Fundament eine CD produziert werden, die bald veröffentlicht wird. An einer Produktion der besonderen Art, wird noch gearbeitet: Ein Album gemeinsam mit französischen Hip Hopern aus Guebwiller. Mit ihnen sind die Cousins schon aufgetreten. Dieses Projekt wird von dem deutsch-französischen Jugendwerk Tandem Regional gefördert.
Bestimmt werden wir noch viel von den Beiden zu hören bekommen, denn ihre Musik ist mehr als eine „Eintagsfliege“.
Sabina Dobslaw