Handwerkerprotest

Protest aus dem Handwerk Auggen, Bad Bellingen, Bad Krozingen, Badenweiler, Ballrechten-Dottingen, Buggingen, Ebringen, Ehrenkirchen, Eschbach, Hartheim, Heitersheim, Müllheim, Münstertal, Neuenburg, Pfaffenweiler, Schallstadt, Schliengen, Staufen, Sulzburg

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Kein Handwerkerprotest zum 1. Mai 2006: Schaffe bis zum umkeie.......

Kommentar von Klaus Amann

Wir alle leben in einer Zeit sozialpolitischer und wirtschaftlicher Schieflagen; eingebrockt haben dies uns teils unfähige oder unwillige, teils korrupte oder ausgelaugte Politiker aus allen politischen Lagern. Viele der hierfür Verantwortlichen von Bund, Land und Gemeinde verweilen bereits im Ruhestand, blicken selbstzufrieden und finanziell erstklassig gepolstert auf ihre „Lebensleistung“ und glauben allen ernstes, sie hätten sich um das deutsche Volk oder ihre Kommune verdient gemacht.

In der gleichen Ecke der organisierten Verantwortungslosigkeit stehen auch die deutschen Gewerkschaften und ihre Spitzenfunktionäre. Die Gründerväter der deutschen Arbeiterbewegung würden vor heiligem Zorn erbeben, könnten sie die sozialpolitischen Taten und Unterlassungen ihrer Urenkel-Funktionäre beobachten. Die „Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft“ beispielsweise schert sich einen Dreck um die sozial Schwachen dieser Gesellschaft, um die millionenfach Ausgegrenzten und an die Wand Gedrängten; sie argumentiert und streikt für die Wohlversorgten dieses Landes, für die Pfründesicherer, für die Abzocker, für ein Beitrag zahlendes Klientel, das „öffentlich-rechtlich“ am Steuer unseres Landes sitzt und dabei ist, den „ganze Karre“ gegen die Wand zu fahren.

Man kann zum 1. Mai polemisieren wie einst der große deutsche Dichter Heinrich Heine, „denk’ ich an Deutschland in der Nacht, dann bin um den Schlaf gebracht“; man kann aber zum 1. Mai 2006 einfach auch fragen, ob jene im öffentlichen Dienst noch alle Tassen im Schrank haben, die einiger Minuten täglicher Mehrarbeit wegen wochenlange Streiks anzetteln. Und dies vor dem Hintergrund recht bescheidener Wochenarbeitszeiten, bei anständiger Entlöhnungen, auf sicheren Arbeitsplätzen.

Wo aber demonstrieren und protestieren zum 1. Mai 2006 die wahrhaft Ausgebeuteten unseres Landes? Wo schwingen deutsche Landwirte und Winzer rote Fahnen und Transparente, um auf ihre 7-Tage-Woche und 14 – Stunden-Arbeitstage hinzuweisen? Wo bitteschön drängen die zigtausend Handwerksmeister mit ihren 70 oder gar 80 Stunden Wochenarbeitsleistungen vor die Kameras und Mikrophone von ARD und ZDF um zu verdeutlichen, wie sehr ihre Kleinbetriebe in die sozialpolitische und steuerrechtliche Zange genommen werden und ausbluten.

Wo wird die Handwerkerfaust vor Zorn geballt, jetzt , wo dieser Stand nicht mehr weiß, wie er die bevorstehende 3 % Mehrwertsteuererhöhung in seiner Kostenplanung kalkulieren soll, wobei zeitgleich auch die Dümmsten der Politikerzunft ahnen, dass diese Erhöhung die Schwarzarbeit zum Schaden und zum Nachteil der Handwerksbetriebe wachsen wird. Die stinkreichen deutschen Fluggesellschaften indes, die dürfen weiterhin privilegiert steuerfreien Sprit tanken; ja, das passt genau in den Ist-Zustand eines Landes, dem Volkesstimme zunehmend das Prädikat „Bananenrepublik“ verleiht, während der brave Handwerksmeister am Sonntagmorgen immer noch darüber grübelt, wie er die ständig wachsenden Betriebskosten auffangen soll.

Nun könnte ein Außenstehender sagen, was soll das Gejammere der Handwerksmeister, sind deren „teure“ Handwerkerstunden nicht Beweis genug, dass die Geldquelle kräftig sprudelt ? Wahr ist jedoch nach einer neuen Berechnung der Handwerkskammer Freiburg, dass ein Stundenverrechnungssatz von 44,50 Euro brutto sich aus folgenden Teilkosten zusammensetzt: 13,04 Euro Mitarbeiterlohn, 11,51 Euro Lohnnebenkosten, 11,89 Euro Gemeinkosten Betrieb, 6,14 Euro Mehrwertsteuer und sage und schreibe 1,92 Euro Gewinn und Wagnis. Aus diesen 1,92 Euro Gewinn und Wagnis erst kann der Handwerker sein privates Gehalt entnehmen. Nun lässt sich leicht ausrechnen, wie viele Stunden der Handwerksmeister jeden Tag schuften muss, bis er seine privaten 2.500. -Euro oder 3000,-- Euro in seinem Betrieb verdient hat, um mit seiner Familie einen Monat über die Runden zu kommen.

Ist also der 1.Mai 2006 nicht längst der Feiertag von Politikern, Gewerkschaftsfunktionären und Betriebsratsvorsitzenden, die mitverantwortlich einem Drittel unseres Volks den Sozialabstieg aufbürden und mit dem Absingen des Arbeiterkampfliedes „Brüder zur Sonne zur Freiheit“ sich geradezu der Lächerlichkeit aussetzen? Feiert da nicht ein Gruppe, die den Zusammenhang von Leistung und Ertrag, von Investition und Gewinn, von Fleiß und Erfolg nach alter Sozialismusmanier „planmäßig“ noch mehr außer Kraft setzen will?

Wem gehört künftig der 1. Mai-Feiertag?

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