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Cityrad, Fitnessrad, Crossrad, Trekkingrad und so manche andere Bezeichnung, bringt den Verbraucher schon mächtig ins schwitzen. Keine Frage, bei den vielen Radgattungen die der Markt hergibt, kann man schon ins trudeln geraten. Ein Fahrrad – wie noch vor ca. 40 Jahren, als bloßes Fortbewegungsmittel anzusehen oder einzuordnen - ist heute weit verfehlt. Die Freude an sportlicher und körperlicher Betätigung und Bewegung sowie die Vielfalt der Möglichkeiten mit dem Rad etwas zu unternehmen, aber auch der individuellen Betätigung, trägt mit dazu bei, dass Fahrräder entsprechend für den jeweiligen Einsatzzweck gebaut werden und konzipiert sind. Keine Frage auch, dass gerade im Fahrradbau die Technik rasant gewachsen ist. Allerdings befassen wir uns hier mit Markenrädern und nicht mit den Billigprodukten der Discounter.
Als ich mir als junger Spund, vor ca. 48 Jahren, mein erstes Fahrrad aus allen möglichen gebrauchten Einzelteilen selbst zu einem dann ansehnlichen Rad - inklusive in Eigenlackierung mit Pinsel und Farbtopf - zusammenbaute, gab es an meinem Rad noch keine Gangschaltung. Ich musste den Berg hoch schon noch meine ganze Muskelkraft einsetzen und ich hätte mir damals nicht träumen lassen, wie leicht ich heute einen Berg mit dem Fahrrad hochkomme. Natürlich steckt da auch Training und sportliche Betätigung mit dem Rad mit drin. Die heute verbauten Gangschaltungen erleichtern trotz allem auch Ungeübten eine wesentlich leichtere Bergauffahrt.
Fahrrad ist nicht gleich Fahrrad, das erfahren manche Eltern, wenn sie ihren Sprösslingen ein Rad kaufen möchten. Je nach Alter geht es schon los, Bike, BTX, Dirtbike, Mountainbike. Bleiben wir beim letzteren und beliebtesten, so geht das Drama schon los. Das Kind soll damit in die Schule fahren, da muss ein Gepäckträger dran, Schutzbleche und natürlich Licht ! Und schon ist aus dem Traum des Sprösslings, der sich doch ein cooles Mountainbike vorstellte, ein blödes Fahrrad geworden. Zum Glück aber gibt es noch ATBs. Was zum Kuckuck ist nun das wieder ? Ein heute übliches Jugendbike mit Y-Rahmen, wenn man davorsteht sieht der Rahmen auch wie ein „Y“ aus, komplett ausgestattet mit Licht, Gepäckträger, Schutzbleche und ATB ausgesprochen „All-Terrain-Bike!
Wer sich nun damit zufrieden gibt, so soll es recht sein. Es geht aber weiter. Es gibt ATBs auf sportlich getrimmt, dem coolen Aussehen wegen ohne Gepäckträger aber mit Federgabel, kostet etwas mehr, ist auch logisch, in einer Federgabel steckt mehr Technik als in einer starren Gabel. Oder ein Fully, was soll nun das wieder ? Ein Fully ist abgekürzt nichts anderes, als ein vollgefedertes Rad. Am Rahmen sitzt ein Dämpfer zum Hinterrad, welches dieses federn lässt und vorne arbeitet eine Federgabel. Cool, so lässt sich der Traum vom Mountainbike nun doch etwas versüßen, wenn ein Jugendrad in Fully-Ausstattung oder ein sportliches ATB, die Elternwünsche in Punkto Licht und Schutzbleche zufrieden stellt. Mit Gepäckträger ist in vielen Fällen bei Fullys nichts. Aber als Extra gibt es Gepäckträger zum Nachrüsten.
Der Klarheit wegen, natürlich gibt es bei Montainbikes auch Fullys, also vollgefedert, Federgabel vorne, hinten zum Hinterrad wieder der Dämpfer. Dies als Eingelenker oder Viergelenker. Aber das ist eine andere Sparte und soll hier nicht Gegenteil einer Kurzeinführung sein. Wir möchten hier nur leichtverständlich einen Teilbereich abarbeiten, der sich mit dem Einsatzzweck verschiedener Räder auseinandersetzt.
Grundsätzlich, ein Mountainbike ist ein Sportgerät. Sein klassisches Einsatzgebiet, wie schon der Name sagt, ein Bergrad. Alle Sporträder haben etwas gemeinsam, keine Beleuchtung, keine Schutzbleche, keinen Gepäckträger, auch aus Gewichtsgründen und aus letzterem natürlich einen möglichst leichten aber sehr steifen Rahmen. Wobei für einen leichten Rahmen weitaus teurere Legierungen beim Rahmen-Material zum Einsatz kommen als bei herkömmlichen Alu-Rahmen. Nicht umsonst gilt in Punkto „leichte Rahmen“ eine Faustformel, je leichter das Rad desto teurer. In solch einem leichten Rahmen steckt schon einiges an High-Tech drin, sowie nicht zu vergessen, die mehr und mehr aufkommenden Carbon-Rahmen. Dies und dem jeweiligen Einsatzzweck eines Bikes entsprechend, hochwertig verbaute Komponenten, wie unterschiedlich teure Schaltungen, Lager, Bremsen, Federgabeln, Dämpfer, Felgen, Reifen, etc. machen dann auch den Preis eines Rades aus. Selbstverständlich gibt es reine Mountainbikes auch für Kids und Jugendliche und innerhalb der Mountainbikes wieder Radgattungen für unter-schiedliche Einsätze.
Der nächste Verwandte zum Mountainbike ist das Crossrad. Hier wird schon mal deutlich, wieso die Radvielfalt uns für jeden Einsatz das passende bietet. Während das Mountainbike klassisch gesehen für den Einsatz im Gebirge bestimmt ist und wirklich über Stock und Stein im groben Gelände, ist der Crosser ein Liebhaber für leichtes Gelände, das darf ruhig bergig sein, aber etwas breitere Wege, unbefestigte Wege im Gelände für schnelle Fahrt aber auch für geteerte Wegstrecken. Mit einem Crossrad fährt man mehr Mix, schnell und sportlich aktiv. Die Schaltübersetzungen sind hier gänzlich anders ausgelegt und für den Einsatzzweck zweckbestimmt konstruiert. Die Reifen nicht breit und grobstollig mit 26 Zoll wie bei einem Mountainbike, sondern 28 Zoll-schmale Reifen aber für Traktion im Gelände und gutem leichten Abrollen auf der Straße.
Vom Crossrad bietet sich die Brücke zum Trekkingrad an und damit die Verwirrung nun komplett wird, das Ding ist auch mit dem Trekkingrad verwandt. Du meine Güte was für ein Blödsinn, würde da meine Oma sagen. Nein, nein, kein Blödsinn. Das Trekkingrad hat die fast identischen Reifen, 28 Zoll, allerdings im Profil etwas feiner, aber auch für geteerte wie für unbefestigte Wege ausgelegt. Moderne Trekkingräder haben einen fast identischen Rahmen zum Crossrad, optisch gesehen, sind aber schwerer und mit Beleuchtung, Schutzblechen sowie mit Gepäckträger ausgestattet. Ergo kein reines Sportgerät, sondern der Allrounder für Rad-Reisen, Radtouren, Kurzstrecken und Genussradeln. Vom letzteren kann man heute sprechen, da die heutigen Trekkingräder wesentlich mehr Komfort und Technik bieten, als das in vielen Köpfen noch vorhandene bloße Fahrrad. Unter dem Begriff Trekkingrad kann sich der Verbraucher auch hier das passende Rad für Radreisen oder nur gelegentliche Touren gut abgestimmt aussuchen. Denn das passende Rad sollte man schon dem Einsatzzweck anpassen und nicht umgekehrt. Trekkingräder sind heute überwiegend mit Federgabeln ausgestattet, die das Fahren über unbefestigte Wege nicht zum Alptraum werden lassen und mit gefederten Sattelstützen, sind die Räder eine Wohltat für die Bandscheiben und für manches Fidele „wie wir sagen.“ Ferner mit hervorragenden Schaltungen, die Fahrten in jeder Situation erleichtern, sei es bei Gegenwind oder Steigungen.
Aber jetzt beginnt das komplette Verwirrspiel bei den Schaltungen. Quatsch für mich kommt nur Shimano in Frage. Man hört es förmlich. Gerade bei den Schaltungen ist oft die Verwirrung beim Laien komplett. Schaltung ist nicht gleich Schaltung. Der Radenthusiast weiß dies genau, der legt die Schaltung seiner Wahl noch auf den Goldteller. Recht hat er. Denn für den Laien unerkenntlich arbeiten 23 verschiedene Kettenschaltungen allein von Shimano – Sram (ehemals Sachs) darf hier keineswegs außer acht gelassen werden – in den unterschiedlich angebotenen Rädern, auch unter-schiedlich teuer ... bis wieso kostet dieses Rad 2.000,-- Euro und mehr ? Der Unterschied liegt nicht nur in der Schaltungsqualität und dessen Schaltkomfort sondern auch in der Materialqualität, sprich Haltbarkeit und in den verbauten Komponenten insgesamt.
Heute stellt der Mensch nicht nur unterschiedliche Anforderungen an ein Produkt, er betätigt sich in seiner Freizeit auch unterschiedlich, so auch mit einem Rad, welches entweder für sportliche Zwecke oder bis hin zu größeren Touren und Radreisen benutzt wird. Wer mehr Rad fährt oder mit dem Rad Sport treibt, benötigt auch eine größere Sicherheit in Punkto Haltbarkeit, Qualität und Komfort der jeweiligen Schaltung. Hinzu kommt die Ausstattung z.B. der Federgabel, „einfach oder verstellbar, abschaltbar,“ aber vor allen Dingen dem jeweiligen Einsatzzweck auch entsprechend angepasst. Federkomfort der Federsattelstütze, keine bloße Wippe sondern Dämpfung. Der Komponenten wie Bremsen, bis hin zu Felgen und Reifen. Das Rad soll ja nicht nerven. Es gibt für jeden Einsatzzweck das richtige Rad. Der Verbraucher sollte sich allerdings zuerst darüber im klaren sein wo und wie er radeln will. Gelegentlich, gemütlich, öfter, für Reisen, Touren, oder und sportlich und mit was für einem Rad in welchem Terrain ? Letzteres bestimmt dann auch die Wahl des Rades. Der Facheinzelhandel kann hier weiterhelfen und beratend zur Seite stehen, denn hier gibt es noch Beratung und vor allen Dingen Service. Selbst wenn ein Rad von der Stange nun nicht gänzlich dem Wunsch des Verbrauchers entspricht, so kann sich der Kunde sein Wunschrad im Fachhandel mit Hilfe des Fachmannes zusammenstellen oder umrüsten lassen.
Uns fehlt noch das Cityrad (Stadteinsatz) keine Panik, auch dieses Rad ist verwandt mit dem Trekkingrad, hat aber einen tiefen bequemen Einstieg und ist meist mit Nabenschaltung ausgestattet. Für den Unbedarften, die Schaltung sitzt im Hinterrad direkt verbaut in der Radnabe. Unsichtbar tut sie ihr Werk als „3“ „7“ „8“ von Sram bald „9“ Gang. Nicht zu vergessen die berühmte Roloff 14 Gang, letztere aber wieder in Trekkingräder verbaut wird. Korrekt: Cityräder finden Sie meist in 7 Gang-Ausführung oder neu jetzt vermehrt mit 8 Gängen ausgestattet, tiefer bis sehr tiefer Einstieg, für Herren auch üblich „mit Oberrohr“ aber auch beliebt mit tiefem Einstieg. Auch bei den Cityrädern gibt es verschiedene Ausführungen, gefedert, ungefedert, mit Ballonreifen und allerlei Ausstattung. Licht selbstverständlich, mit Schutzblech, Gepäckträger, Mantelschoner, teils mit Einkaufskorb.
Bleibt noch das Fitnessrad. Hier ist der Laie oft überfragt was das nun wieder soll. Mit jedem Rad, wenn ich es nutze werde ich fit bzw. kann ich mich fit halten. Wieso Fitnessrad ? Fitnessrad steht seitens vieler Hersteller wegen der Anlehnung an das klassische Rennrad für diese Bezeichnungs-Wahl. Ein Fitnessrad ist „einfach ausgedrückt“ ein Rennrad mit geradem Lenker (Lenker ähnlich wie beim Mountainbike) Typisch ausgestattet mit Rennradschaltungen, also Rennradübersetzung, teils Rennradbremsen, schmalen 28 Zoll Reifen, üblicherweise aber mit 28 mm breiten Reifen anstatt den schmalen 20 oder 23 mm Reifen des Rennrades. (Etwas mehr Straßenkomfort). Mit Rennradrahmen leichte und steife Ausführung. Ein schnelles Rad, sportlich und agil wie ein Rennrad, aber der Fahrer sitzt etwas aufrechter und bequemer auf diesem Rad und nicht so tief und gestreckt wie auf einem Rennrad. Das klassische Rennrad ist jedem geläufig, so muss hier auch nicht näher darauf Bezug genommen werden. Am fitesten ist auch ein Rennradfahrer unter allen Radfahrern und am schnellsten. Daher ist die Bezeichnung „Fitnessrad“ durchaus angebracht. Allerdings ist so ein Rad, wie ein Rennrad auch, ein reines Straßenrad und für unbefestigte Wege weniger geeignet.
Radkauf nach dem Motto „das passt schon“ oder wild darauf losgegriffen, teils aus Trendgründen, teils vom Hörensagen „das sei gut“ oder aus falsch verstandenen technischen Gründen, so die Erfahrungen *** sind oft der falsche Weg. Was will ich mit dem Rad machen, wo fahre ich überwiegend, was macht mir Spaß, was sollte mir das Rad mindestens bieten. Überlegen Sie sich ob Sie eher ein gemütlicher Radler sind, ein Vielfahrer der auch Tempo liebt, oder reizen Sie lange Touren, oder gar extreme Pfade?
G. Neumann Scott, Bike und Sport, Gewerbestraße 6, 79258 Hartheim-Feldkirch, im Gewerbegebiet Feldkirch
mehr Infos unter www.bike-und-sport.com