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Klaus
Amann- Ich armer Hund! Wie soll ich stressfrei „Gassi“ gehen,
wenn all meine Lieblingsbaumstämme im Schnee stecken? Doch nicht mehr
lange –
ich fühle es von der Schnauze bis zur Schwanzspitze – der Frühling
kommt und das wird meiner Blase ziemlich gut tun.
Es soll ja Herrchen und Hunde geben, bei denen geht der Winterschlaf bruchlos in die Frühjahrsmüdigkeit über. Nach der Sommer- und Herbstpause dämmern sie sogleich wieder dem Winterschlaf entgegen. Solche „Schlofkappe“ hecheln und bellen nicht mit wachen Augen durchs Leben, sondern sie blinzeln bestenfalls mal da, mal dort --- gähn! -- und lümmeln sich bei jeder Gelegenheit ausgiebig auf dem häuslichen Sofa. Zu denen gehöre ich nicht; man beachte meinen hellwachen Frühlingsblick!
Wir Markgräfler Hunde werden den Frühling allesamt mit einem beherzten „Wau-Wau“ begrüßen; auch unsere Frau’chen gackern dann wieder mit Lust und Wonne, ja, selbst die Katzen zwinkern uns Hunden bereits keck entgegen und warten auf die gemeinsamen Wettrennen über Stock und Stein. Ja, ja, er muss weg - der Winterspeck. Und wenn die Gelenke von Mensch und Hund auch knacken, quietschen und knarren wie eine alte Tür - o weh - „es ist ja nur der Frühling, den ich im Kreuz heut’ spür.......“
Frau’chen sagt, der Lenz beginnt bevorzugt im Kaiserstuhl und im Markgräflerland und zwar meist lange bevor der Kalendermann ihn zum 21. März „amtlich“ vermeldet. Also müssen auch wir Hunde durchatmen! Den Wintertalg aus den Augen reiben! Gute Laune verbreiten! Neuen Sehnsüchten nachhängen! Neue Liebschaften vorbereiten und alte Liebschaften auffrischen! Das und vieles mehr gehört zum hundegemäßen Frühlingsbeginn draußen in der Natur und in uns drin. Und bald sind wir Vierbeiner unterwegs, beschnuppern Frühlingsluft und Frühlingserde, blinzeln in die Sonne und winseln gelegentlich sogar ein Liedchen, hecheln hinter einem Schmetterling her und dann heißt ’s verschnaufen und Zunge raus!
Frau’chen sagt, es gäbe Markgräfler Landwirte und Winzer, die durchs „Fenschterli“ zum Himmel „löge“ und den Frühlingslüftchen nicht so recht trauen wollen. Wie oft schon habe die Frühlingssonne den Knospen an Bäumen und Büschen gesagt: „Los, kommt heraus!“ Und dann seien nochmals große Portionen an Kälte und Nässe gekommen und hätten den Wunderfitz von Fauna und Flora bestraft. Ja, wir Hunde wissen da genau Bescheid und knurren daher immer wieder auch ein mahnendes „Mensch, eile mit Weile.....“.
Trotzdem: Hundeohren gespitzt! Der Lenz kommt in Wald und Flur und auch ins kleinste „Gärtli“ hinterm „Häusle“. Dann gibt’s viel zu lauschen, denn große Scharen an Piepmätzen zirpen, flöten, krächzen und trillern und „tak-tak-tak, die Spechte klopfen ihr Futter aus dem Baumgeäst. Junge, Junge, da habe ich’s halt schon einfacher. Auch im Frühling hilft vor allem der richtige Hundeblick zu einem Wurstzipfel.....
Also dann, mit Schmackes dem Frühling entgegen. Doch nun erst mal ein Nickerchen! Wuff!