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BAD KROZINGEN. Die Lärmbelästigung für die Gemeinden Bad Krozingen und Tunsel wird erheblich höher sein als von der Bahn errechnet. Zu diesem Ergebnis kommt die Bürgerinitiative MUT nach Prüfung der Bahnunterlagen und weiteren Recherchen. „Wir fordern, dass der Bevölkerung der Gemeinden eine ungeschönte schalltechnische Untersuchung vorgelegt wird, die die zu erwartende Lärmbelastung nachts nach der Anzahl der Zugfahrten mit ihren Maximalpegeln untersucht“, erklärte Roland Diehl, Vorsitzender der MUT.
Die Bürgerinitiative verweist in diesem Zusammenhang auf eine Studie des Regioverbunds Freiburg vom März 2003. Darin wurde der durch den viergleisigen Ausbau der Rheintalbahn entstehende Lärm für die Umgebung ohne Berücksichtigung des Schienenbonus, der die Bahn begünstigt, untersucht. Das Ergebnis: Ein hinreichender Schutz vor Schienenverkehrslärm in allgemeinen Wohngebieten je nach örtlicher Topographie ist erst bei einem Abstand von rund 2,5 Kilometer von der Trasse der Neubaustrecke sichergestellt. Das bedeutet, dass durch die Neubaustrecke ein insgesamt fünf Kilometer breites Band durch den Schienenverkehr derart verlärmt wird, dass die Orientierungswerte für Lärmimmissionen der DIN 18005, die insbesondere für Planvorhaben gelten, nicht eingehalten werden können.
In diesem Lärmband liegen auch die betroffenen Gemeinden. Deswegen sei die Aussage der Bahn in den Planunterlagen, wonach Lärmkonflikte auf allen Siedlungsflächen ausgeschlossen werden könnten, die mehr als 1600 Meter von der Neubautrasse entfernt liegen, nicht zutreffend, betont Diehl. Dieser Trassenabstand müsse aufgrund der Untersuchung auf 2500 Meter korrigiert werden. So seien im Kurgebiet Bad Krozingen, das 1700 Meter von der Trasse entfern liegt, die Güterzüge mit Vorbeifahrpegeln von immerhin 68 Dezibel Lautstärke zu erwarten und im Stadtgebiet von Bad Krozingen liegt das Lärmniveau mit 64 Dezibel ebenfalls noch sehr hoch.
Deswegen müsse die Lärmbelastung auf Basis vom Lärmpegel vorbeifahrender Züge neu berechnet werden, wie dies auch von Lärmwirkungsforschern immer wieder gefordert werde, erklärt der MUT-Vorstand. Gerade für Bad Krozingen sei ein ausreichender Lärmschutz von zentraler Bedeutung. Denn davon hänge die Zukunft des Kurorts entscheidend ab. Hinzu komme, dass die Lärmbelastung, ausgehend von der bestehenden Rheintalbahn, ebenfalls weiter ansteigen werde, weil sie für den schnellen ICE-Verkehr mit Geschwindigkeiten bis 250 Kilometer pro Stunde ertüchtigt und ausgebaut wird.
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