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Wir Bauern und Obstbauern tun gut, uns wieder einmal Einhalt zu geben
und den Blick für die ganze Vielfalt der Natur zu öffnen.
Niemand wird uns hier vorwerfen, wir hätten eine verarmte Landschaft, aber gerade deswegen müssen wir uns ermahnen ,dass die alten Obstbäume ihre vielfältigen Aufgaben in dieser Kulturlandschaft erfüllen dürfen.
Könnten wir also nicht einzelne alte Obstbäume stehen lassen, die uns schon lange keinen Nutzen und Ertrag mehr bringen? Welchen Zauber und welche Schönheit besitzt gerade unser Land mit seinen Bäumen und Obstgärten allerorts?
Der alte Obstbaum ist die „Mutter“ unserer Bäume. Er ist oft mehr als ein Menschenalter alt. Auch er besitzt eine Würde und sollte von uns mit Ehrfurcht behandelt werden.
Die Axt und Motorsäge ist gut, aber nicht immer und für Alles. Lassen wir diesen alten und oft ertragslosen Obstbäumen doch einen Platz neben der heute üblichen Art von Obstbau.
Wie viel Lebensraum gibt solch ein Baum unzähligen Lebewesen, wie unermesslich reich beschenkt er unsere Insekten im Frühjahr zur Baumblüte.
Ein tiefer Friede erfüllt unsere Sinne und unsere Seele beim Anblick solcher Obstbaumwiesen mit ihrer Schönheit und ihrem Zauber in dieser besonderen Landschaft. Durch sie können wir wieder für kurze Zeit wie Kinder werden, die mit der ganzen offenen Seele die Wunder dieser Welt erleben.
Und so könnte man sagen - jeder Baum hat eine Seele, ist mit uns gewachsen, reif geworden und hat auf seine Art Erlebnisse mitgemacht und eine Weisheit in sich geschaffen.
Unser oft blinder Ordnungstrieb, dem auch wir Bauern und Obstbauern inzwischen oft erlegen sind, greift immer wieder nur noch hart und rücksichtslos in das fein verwobene Netz der Naturverhältnisse ein und kann eine gewachsene Landschaft durch dieses ausrottende Verhalten verarmen lassen und seelenlos machen.
Dieses gilt auch für die Mitarbeiter der Straßenmeistereien und der Bauhöfe der Gemeinden. Lassen wir doch den alten Bäumen ihren würdigen Raum und die Natur und ihre Wesenheiten werden uns reich dafür beschenken.
Versuchen wir doch, diese alten Bäume mit einer innerlich liebevollen Einstellung ehrfürchtig zu behandeln. Stellen wir uns einfach vor, dass sie ein Teil von uns sind, im Sinne des lebendigen und schöpferischen Allseins.
Die Baumfreunde