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(ead) Viele Eltern können das Thema „Computer“ schon lange nicht mehr hören: seitdem ein PC angeschafft worden ist, verbringen die Kinder nämlich den größten Teil ihrer Freizeit am Schreibtisch und starren gebannt in den kleinen Bildschirm.
Zwar wurde beim Aussuchen der Spiele, die es zum Geburtstag etwa gab, strikt darauf geachtet , dass die Unterhaltungselektronik keine Gewalt zum Inhalt hat, aber allein die Stunden, die der Nachwuchs vor dem Computer hängt und mit dem Joystick fasziniert die Figuren auf der Mattscheibe hin und her bewegt, geben mittlerweile schon Anlass zu berechtigter Kritik.
Sprüche wie „Du wirst noch eckige Augen bekommen“ oder „Der PC ist schon dein bester Freund“ sind vielfach leider schon an der Tagesordnung. „Edutainment“ ist ein wichtiges Stichwort, wenn es darum geht, die Sprösslinge, wenn sie schon nicht vom Computer wegzubekommen sind, dazu zu bringen, dass die intensive Beschäftigung mit den High-Tech-Geräten doch wenigstens einen sinnvollen Zweck erfüllt, nämlich die Schulnoten zu verbessern.
Die Wortschöpfung „Edutainment“ setzt sich aus den beiden Wörtern Education (englisch: Bildung, Erziehung) und Entertainment (Unterhaltung) zusammen. Hiermit wird eine neue Form des Lernens bezeichnet, die Spaß machen kann und sehr wirkungsvoll sein soll.
Lernen mit Hilfe des Computers: Software, die Vokabeln, Grammatikregeln oder mathematische Formeln in kleine Geschichten verpackt. Das Lernen geschieht praktisch unbemerkt von den kleinen Bedienern, weil das Erleben und der Umgang mit Tastatur und Maus im Vordergrund steht, die Thematik, die über den Bildschirm kommt, aber gleichwohl unbewusst sehr intensiv wahrgenommen wird. Der Lernstoff wird über farbige Grafiken, bewegte Bilder und fast lebensnahe Stimmen vermittelt.
Beim spielerischen Lernen am Computer werden mehrere Sinne des Kindes angesprochen. Comic-Figuren bewegen sich auf dem Monitor. Sie stellen Fragen und unterhalten sich mit dem Kind. Sie erklären ihm, was es in der Schule nicht sofort verstanden hat. Die Lernprogramme haben bewusst eine bestimmte Nähe zum schulischen Lehrstoff.
Neben dieser Auswahl, die bei der Anschaffung der Softwareprogramme speziell auf die besonderen Bedürfnisse der Schüler abgestimmt werden kann, ist wichtig, dass möglichst immer eine Stufe unter dem aktuellen Stand des Lernstoffs angesetzt wird, den man gerade in der Schule behandelt. Ein weiterer Vorteil des Edutainment: es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade. Je nach Wissensstand des Kindes werden in Mathematik beispielsweise Rechenaufgaben von 10 bis 100 und in einem weiteren Schritt von 100 bis 1000 angeboten.
Ein dritter zu berücksichtigender Aspekt, der das Lernen gemeinsam mit dem Computer nach Ansicht von Pädagogen empfehlenswert macht, ist die Möglichkeit, das Programm auf das Alter des Kindes abstimmen zu können. Denn z.B. ein Englisch-Spiel, das etwa für Kinder im Vorschulalter bestimmt ist, wird 10-12-jährige kaum begeistern können und es wird demzufolge für sie auch keinen Anreiz zum Lernen darstellen.
Anja Falkenberg