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(ghü) „Bücher am Krankenbett helfen heilen.“ Davon sind die Mitarbeiterinnen der kirchlichen Krankenhausbücherei in der Heliosklinik überzeugt. Die Lektüre eines heiteren oder spannenden Buches hilft dabei, die Ausnahmesituation zu bewältigen, die ein Aufenthalt im Krankenhaus immer bedeutet.
Jeden Dienstag kommen die Mitarbeiterinnen mit dem gut bestückten Bücherwagen auf die Stationen. Kompetent und freundlich beraten sie die Patienten bei der Auswahl der Bücher. Diese haben auch die Möglichkeit, sich vorab über das Angebot zu informieren. Auswahllisten des Buchbestandes liegen auf jeder Station vor. Neben Romanen werden auch Sachbücher und Biografien und anderes mehr angeboten. Auch religiöse Titel sind vorhanden. Darüber hinaus sind Hörbücher im Programm, für die zwei Cassettengeräte zum Abspielen zur Verfügung stehen.
Die Ausleihe ist kostenlos. Sorgen wegen der Hygiene braucht sich kein Patient zu machen. „Jedes Buch wird nach dem Ausleihen einzeln desinfiziert“ versichert Gerda Holl, die Leiterin der Bücherei.
Nach einer Ausbildung beim Landesverband evangelischer Büchereien, nahm sie im August 1985 gemeinsam mit Dora Mensch ihre Arbeit auf. 1986 stieß die Bibliothekarin, Inge Niemöller, zum Team dazu und 2001 Inge Lorenz. Als Dora Mensch im Jahr 2002 aus Altersgründen ausschied, verlieh ihr Dekan Franz Doleschal das goldene Ehrenkreuz der Landeskirche. Seit Juni 2005 komplettiert Renate Glatt das Team.
Als in einer Feierstunde am 18. Dezember 1985 die Krankenhausbücherei offiziell eingeweiht wurde, teilte man sich den Raum noch mit dem Personalrat. „Beim Klinikneubau wurden wir mitberücksichtigt und haben seither einen eigenen Raum“ freut sich Gerda Holl. Überhaupt erfreut sich die Bücherei der Unterstützung durch Prof. Dieter Waldmann und die übrige Klinikleitung. Finanziell getragen wird sie vom evangelischen Dekanat und der katholischen Pfarrgemeinde.
Das Raumproblem ist gelöst, dafür gibt es neue Herausforderungen. „Die drastisch verkürzte Verweildauer der Patienten wirkt sich negativ auf die Ausleihzahlen aus“ stellt Inge Niemöller fest. Die Bücherei hat sich darauf eingestellt, indem sie überwiegend kürzere Bücher ins Programm aufgenommen hat. Lesefreundlicher Druck und ein handliches Format kommen gerade auch älteren Patienten entgegen.
In den vergangenen 20 Jahren konnte die Büchereiarbeit ohne Unterbrechung durch Krankheit, Urlaub oder Feiertage durchgeführt werden. 1.248 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit haben die Mitarbeiterinnen inzwischen zusammengetragen. 34.000 Bücher wurden von 18.000 Patienten ausgeliehen. „Es dürfen gerne noch viel mehr werden“ findet Gerda Holl.