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In ein paar Tagen ziehen wir Bilanz. War’s ein gutes, war’s
ein schlechtes Jahr. Jeder von Ihnen muss dies selbst für sich beantworten.
Die Menschen sind nicht alle gut gelaunt in diesen Tagen. Die Welt und auch die Umwelt haben sich in den vergangenen Monaten auf fast unvorstellbare Weise verändert. Dennoch: Eine mit Feiertagen und häuslichen Annehmlichkeiten angefüllte Ruhepause versetzt Sie – so ist zu hoffen – in eine gelöste Atmosphäre. Wie in den Betrieben und Geschäftshäusern machen wir jetzt eine Art innere Inventur. Sie sind bereit, einen dicken Schlussstrich unter die Jahresbilanz zu ziehen, ob sie nun erfreulich ausfallen mag oder nicht.
Wir haben keine Zeit, sagen wir, und bedauern das zwar diskret, aber nicht ohne gewissen Stolz. Zumindest nach außen. Im Innern sieht es anders aus. Da wird vielen die Zeit zum Feind, dem allein Sie Unangenehmes anlasten und alles Böse wünschen. Aber es liegt nicht an der Zeit. Es liegt an uns, wenn wir gehetzt werden und andere hetzen. Das Schlimmste von allem aber: die ganze Sache ist ansteckend wie eine Epidemie, kein Mensch ist davor sicher. Und kein Mensch denkt darüber nach, dass er aus Hetze und Ungeduld von seinen Mitmenschen schier Unmögliches verlangt. Man schert sich nicht darum, dass der andere im selben Dilemma steckt, und verlangt Superleistungen, gewissenhafteste Arbeit in allergrößter Eile, versteht sich. Ungeduldig sein, dürfen wir, anscheinend nur wir, nicht die anderen. Selbst Geduld aufbringen, das ist zeitraubend.
Die Fehde gegen die Zeit ist aussichtslos. Man sollte besser die eigene Ungeduld bekämpfen. Mit Geduld nämlich und mit Verständnis für andere erreicht man auch bei bemessener Zeit viel mehr. Aber was nützt es, dass es hier steht? Diejenigen, die es angeht, haben doch keine Zeit, es zu lesen.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen für das kommende Jahr alles Gute, haben Sie immer Zeit für die, für sie, angenehmen Dinge, haben Sie Zeit für Andere, haben Sie Zeit zum Nachdenken. Wir wünschen Ihnen, dass Sie die vor uns liegende „stille Zeit“ (sie ist heute leider sehr laut geworden) dazu nutzen können innere Ruhe zu finden.
Ihr Markgräfler Bürgerblatt-Team:
ab 12 Uhr im Uhrzeigersinn: Werner Kleinfelder, Beate Stich, Gerhard Jenny, Regina Bayha, Hans-Albert Schwartz, Traudel Ihringer, Ute Kleinfelder