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Eine
Menge Prominenz aus Landes – und Kommunalpolitik, sowie aus Wirtschaft
und Kultur war vergangenen Freitag in Bad Krozingen versammelt, um teils feierlich,
teils fröhlich die Kür des Kurortes von der „Gemeinde“
zur „Stadt“ mit zu erleben.
„Stargast“ des Abends war Günther Oettinger, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, der die Urkunde überreichte und in seiner Festrede begründete, warum Bad Krozingen das Prädikat „Stadt“ verdient. Der Ministerpräsident im Wortlaut:
Bad Krozingen hat es verdient, zur Stadt erhoben zu werden. Die notwendige Einwohnerzahl von 10.000 ist längst erreicht, mit 16.900 Einwohnern sind Sie weit darüber.
Bad Krozingen hat in den letzten Jahren ein städtisches Gepräge entwickelt, welches das das Prädikat „Stadt“ verdient. (…..)der Begriff „Stadt“ soll aufzeigen, dass mit diesem Prädikat eine gewisse Infrastruktur, ein Anspruch und ein Auftrag verbunden sind. Eine Stadt hebt sich über die allgemeinen Siedlungen und die Gemeinden hervor, eine Stadt hat etwas aufgebaut, was man halten will, eine Stadt hat eine Funktion, die über den „Ort“ hinausgehen soll. Stadtrechte sind etwas Besonderes und die werden Ihnen heute verliehen.
Der Ministerpräsident verwies auf die Qualität des Schulangebotes. Auch im wirtschaftlichen Bereich, bei der Infrastruktur, bei der Siedlungsplanung und bei der Baulandpolitik habe Bad Krozingen die städtische Funktion erreicht. Deswegen habe die Landesregierung von Baden-Württemberg beschlossen, mit Wirkung zum 1. September 2005 Bad Krozingen die Stadtrechte zu verleihen. Mit Blick auf die Bevölkerungsentwicklung wusste der Ministerpräsident Positives zu berichten.
Im Gegensatz zum Deutschlandtrend gäbe es in Baden-Württemberg und vor allem in Bad Krozingen eine Wachstumsrate.
200 Bürgerinnen und Bürger kommen jedes Jahr im Durchschnitt hinzu. Die Statistik geht davon aus, gemessen von dem Basisjahr 2001, dass in diesen beiden Jahrzehnten bis 2020, Ihre Stadt um 14 % an Einwohnern wachsen wird. Und dies hat zuallererst mit der Attraktivität, der Anziehungskraft, der Infrastruktur und der inneren Lebensqualität Ihrer Stadt zu tun. (….)Dass Bad Krozingen wächst, ist das beste Zeugnis für Sie. Dass die Menschen zu Ihnen kommen und niemand gehen will, zeigt, man fühlt sich hier wohl, es gibt hier eine Perspektive, es gibt hier Lebensqualität.
Und Bad Krozingen geht die Jugend nicht aus. Auch hier hat die Statistik voraus berechnet, dass der Anteil bis 15jährigen, der Kleinkinder, Kinder und Jugendliche in unserem Land bis zum Jahre 2020 um knapp 30% zurückgehen wird. Doch in Bad Krozingen bleibt die Zahl der Kleinkinder, der Kinder und der Jugendlichen in den 15 Jahren stabil(….)Es ist Ihrer Stadt gelungen, junge Familien hierher zu bekommen, jungen Familien Heimat und Wohnraum zu geben und durch kluge Baulandpolitik mit vertretbaren Immobilienpreisen den Zuzug für Kinder und Familien attraktiv zu machen.
Setzen Sie diese aktive Kinder- und Familienpolitik fort, dann wird die Auslastung , die Nutzung, die Lebendigkeit Ihrer Stadt und der Infrastruktur noch mehrere Jahrzehnte gesichert sein. Mit 10 Kindergärten, mit 29 Gruppen, sind Sie auch in der Kinderbetreuung vorbildlich aktiv.
Der nächste Faktor, der für das Prädikat „Stadt“ spricht, ist das Leben dieser Stadt. Das zeigt sich am bürgerschaftlichen Engagement. Der „Bürgerbus“ Bad Krozingen sei als Beispiel genannt. Es verdient Anerkennung, wenn sich Bürger bereit finden, den innerstädtischen Busverkehr unentgeltlich aufrecht zu erhalten. 40 Bürger haben extra dafür den Personenbeförderungsschein erworben. Die Bürgerbusse decken nun den Personennahverkehr innerhalb des Kernortes ab. Das ist in Baden-Württemberg einmalig und vorbildlich.
Bad Krozingen verdiene das Prädikat „Stadt“ vor allem auch mit Blick auf das qualitativ international bekannte und anerkannte Herzzentrum mit seiner Verflechtung in Wissenschaft und Forschung, sagte der Ministerpräsident. Er lobte das breite Rehabilitationsangebot des Kurortes.
Und er sprach auch über das Problem der Bahntrasse.
Meine Sorge ist, dass der Bund und die Bahn bei den geringen Mitteln sich den Regionen im Bau zuwenden, wo man auch ohne Lärmschutz und ohne Tunnel und Deckel bauen kann. (….)Kommt die Trasse nicht, dann entsteht ein Wettbewerb zwischen Fernverkehr einerseits und Nahverkehr andererseits. Und die Bahn wird dort auf grün schalten, wo sie Geld verdient, dann kommen mehr ICE-Strecken und der Regionalverkehrkommt zu kurz, was nicht im Interesse der Region sein kann.
Und dann gab’s noch ein Lob direkt für Bürgermeister Meroth. Die Verwaltung in Bad Krozingen sei so schlank, wie der Bürgermeister selbst: drahtig, sportlich, effektiv, kein Gramm zuviel.
Nun also ist Bad Krozingen „Stadt“ und der Gemeinderat ist ab sofort ein richtiger „Stadtrat“. Auch das Markgrfler Bürgerblatt gratuliert der gesamten Bürgerschaft.
Klaus Amann