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Der
Afrika-Reisende landet nach neunstündigem Flug und nur einer Stunde Zeitverschiebung
in Namibias Hauptstadt Windhoek und fragt sich, ob er Deutschland wirklich verlassen
hat. Neben der „Deutschen Buchhandlung“ residiert der „Deutsche
Bäcker“, gleich nebenan der „Deutsche Metzger“. Die Kolonialzeit
hat ihre Spuren – und Nachkommen hinterlassen. Überall trifft man
Deutsche, die sich in Namibia niedergelassen haben oder selbige besuchen.
Das Abenteuer beginnt dann mit der Fahrt zur Gästefarm Düsternbrook, dem „Arbeitsplatz“ von Stephanie Hipp. „Stephie“ hat sich bereits um alles gekümmert, der Shuttle-Service klappt vorzüglich. Oder sollte man eher „Schüttel“-Service sagen?
An den Linksverkehr gewöhnt man sich als Beifahrer relativ schnell. Zunächst scheinen die Straßen den unseren ähnlich. Dann aber kommt die Abzweigung von der Landstraße zur Gästefarm. Und nun macht der unbedarfte Gast Bekanntschaft mit der hauptsächlichen Wegeform des weiten, unbeschreiblich schönen Landes: Der Sandstraße. Es geht auf und ab, ohne Mittel- oder Randstreifen. Dafür zieht jedes Auto eine Staubfahne hinter sich her, die für Minuten das passierte Areal unsichtbar macht. An das Fahrzeug wird höchste Ansprüche in Sachen Geländetauglichkeit gestellt, an den Fahrer in punkto Konzentration. Jederzeit können Warzenschweine, Kudus, Springböcke, Paviane, Oryx-Antilopen, Gnus, Strauße oder gar Giraffen den Weg kreuzen. Diese haben hier Vorfahrt oder Fahrer ein großes Problem. Nach wilder Tour vorbei an Herden von Tieren, die man nur aus dem TV kennt, erreicht man schließlich die Gästefarm Düsternbrook, die sich wie eine Oase inmitten der bergigen Steppe auf einem Hügel erhebt. Kaum ausgestiegen fühlt man sich Zuhause und unsagbar wohl. Hier wird deutsch, sogar alemannisch gesprochen. Das stilvolle Haupthaus der Farm umsäumen hohe Palmen, der schöne Swimmingpool lädt zum Relaxen ein. Doch das ist eigentlich das Letzte, was man hier tun wird.
Denn es warten Abenteuer, Erlebnisse, Tierwelten und atemberaubende Landschaften auf den Besucher. Stephie führt jeden Gast zunächst bei einem Drink an der afrikanischen Bar in die Besonderheiten ein. Erzählt, dass Düsternbrook nicht nur die älteste Gästefarm Namibias ist, sondern auch die einzige, bei der die Gäste Leoparden und Geparden täglich hautnah bei Fütterungen in der Wildnis erleben können. Mit 12.000 Hektar Fläche gehöre sie wohl nicht zu den größten, könne aber mit ihrem fast nicht mehr zählbaren Tierreichtum vielen anderen Farmen das Wasser reichen.
Die Sonne versinkt rasch. Danach ist es kühl und stockdunkel. Nach einem erstklassigen Abendessen um 19 Uhr am Gemeinschaftstisch mit allen Gästen der Farm – es gibt heute gegrilltes Fleisch der Eland-Antilope – erwartet den Europäer das Naturschauspiel der besonderen Art. Namibias Sternenhimmel gehört ohne Zweifel zu den eindrucksvollsten der Welt. Man meint, jeder Stern wäre greifbar. Die Milchstraße ist deutlich zu sehen, Planeten können fast mit bloßem Auge erkannt werden. Milliarden Sterne lassen den Nachthimmel leuchten. Tief beeindruckt geht man schlafen. Die Gästezimmer sind liebe- und stilvoll eingerichtet, es ist kühl. Tipp: Wenn frei, dann sollte man versuchen, in der ehemaligen Tankstelle zu schlafen. Dieser Raum hat einzigartiges Flair. Die Farm verfügt übrigens auch über einen voll ausgestatteten Campingplatz für Naturliebhaber.
Nach tiefem, ruhigem Schlaf erwacht der Gast gestärkt für die anstehenden Abenteuer. Diese beginnen nach einem ausgiebigen Frühstück wahlweise auf dem Rücken farmeigener Pferde (auf Wunsch mit Guide, versteht sich) oder in robustem Schuhwerk auf einem der drei ausgewiesenen Wanderwege. Danach, mittags, ein Highlight: Die Fütterung der Leoparden und Geparden. Nach kurzer Fahrt mit dem Jeep in die jeweiligen, abgetrennten Bereiche erlebt man die wilden Tiere hautnah. Es kribbelt, die Aufregung ist einzigartig. Wer will, kann gleich anschließend den „Gamedrive“ buchen. Bei dieser robusten Jeepfahrt durch die Weiten der Farm passiert man Herden von Wildtieren, darunter Giraffen, Nashörner, Antilopen und vieles mehr. Erst wieder zurück am Farmgebäude wird der Gast den Finger vom Auslöser seiner Kamera nehmen.
An kaum einem anderen Ort liegen Erlebnis und Erholung so nah zusammen wie auf der Gästefarm Düsternbrook. Dazu die aufregenden Geschichten am offenen Kamin, die der Besitzer Johann Vaatz aus mehreren Generationen zu erzählen weiß. Das ebenso saubere wie gepflegte Fleckchen in Namibia ist dank seiner Managerin Stephie ein exotisches Stück Zuhause. Selbst gebackenes Brot nach Rezepten und Anleitung des Bäckers Kern aus Grißheim runden diesen Eindruck nur ab. Für Singles, Paare und Familien mit Kindern ist Namibia an sich und diese Farm im Besonderen fraglos der absolute Geheimtipp. Sie eignet sich auch besonders als Ausgangspunkt für Rundreisen zu den großen Sanddünen, zum Etosha-Nationalpark, an die Küste oder in sonstige Landesteile. Stephie hilft mit Tipps, Adressen und notfalls auch Buchungen weiter. Übrigens – das Wasser aus der eigenen Quelle ist so sauber und klar, dass man es wie daheim direkt aus der Leitung trinken kann. Und selbstverständlich verfügt die Farm über sämtliche, in Deutschland gewohnten Kommunikationsmittel.
Namibia zählt nicht zu den billigsten Reiseländern. Die Gästefarm Düsternbrook kann aber trotz ihres Privilegs, die älteste Gästefarm Namibias zu sein, vergleichsweise moderate Preise anbieten. Für sein Geld nimmt der Gast einen Kopf voller Erlebnisse und ein Herz voller Eindrücke mit nach Hause, die unbezahlbar sind und garantiert Jahrzehnte lang lebendig bleiben.
Nähere Informationen unter www.duesternbrook.net, Anfragen können per E-Mail an dbrook@mweb.com.na gestellt werden – Stephie Hipp antwortet prompt.
Peter Steinbeck