Kulturwoche Staufen

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16. Kulturwoche Staufen: Heimat o Heimat

Reiner W. Schlebach

Das Herbstfestival der Fauststadt Staufen steht alljährlich unter einem wechselnden Thema, dem es sich mit Theater- und Kabarettaufführungen, Konzerten, Filmen und Ausstellungen widmet. Auch in diesem Jahr finden vom 07. bis 17. Oktober wieder fast alle Veranstaltungen in dem historischen Spiegelzelt auf dem Alfred-Schladerer-Platz statt, das, ursprünglich als Tanzpalast gebaut, eine ideale Clubatmosphäre für Künstler und Publikum bietet.

Die 16. Staufener Kulturwoche, diesmal unter dem Motto „Heimat o Heimat“, beginnt am 7. Oktober um 18 Uhr in der Schalterhalle der Sparkasse Staufen-Breisach mit der Eröffnung der Fotoausstellung gleichen Namens „Heimat o Heimat“. Bis zum 21. Oktober werden die besten Aufnahmen des neben anderen von den Städten Guebwiller und Staufen initiierten Fotowettbewerbs gezeigt, die Preisträger an diesem Abend geehrt.

„Heimat“ - seine ursprüngliche Bedeutung meint die Herkunft, den Wohnort. Der Bergriff gehört sicher zu den vielschichtigsten und auch diffusesten im Deutschen, für den es in anderen Sprachen kaum einen Entsprechenden gibt. Auch heute verstehen viele Mitmenschen unter Heimat die Gegend, den Landstrich, die Gemeinde, den Stadtteil etc., wo sie aufgewachsen sind, in dem sie wohnen. Heimat ist da, wo man hingehört, Heimat schafft Identität.

Das Staufener Kulturreferat, unter seinem Leiter Germar Seeliger, hat zu dieser Thematik Theaterensembles, Musikgruppen und Künstler eingeladen, die sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Begriff Heimat auseinandersetzen. Die einen beschäftigen sich mit Heimatgeschichte, andere legen den kabarettistischen Finger in Heimatwunden oder singen davon, wie froh sie sind, endlich weg zu sein.

Zum Festival-Auftakt wird am Freitag, 07.10. um 20 Uhr, die Premiere „Der Fall Bollinger“ in und mit Auerbachs Kellertheater aufgeführt. Das Theaterstück beschreibt der an Joseph Bollinger aus Ehrenstetten am 03. Januar 1828 zu Staufen, wegen Ermordung der Franziska Riesterer, vollzogenen öffentlichen Hinrichtung.

Samstag, 8. Oktober, 16 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr im Martinsheim: „Nach Regen scheint Sonne“ - die Wiederaufführung des bisher verschollenen Spielfilms aus dem Jahr 1949, der mit großer Starbesetzung -Sonja Ziemann, Gert Fröbe, Willy Reichert u.a. - in der Staufener Altstadt gedreht wurde. Im Rathaus-Foyer wird bis 21. Oktober eine Ausstellung mit zum Teil sehr seltenen Exponaten, Fotografien, Starpostkarten, Filmprogrammen und anderen Erinnerungsstücken rund um den in Staufen und Umgebung gedrehten Film und den beteiligten Schauspielern gezeigt.

Ebenfalls am Samstag, 08.10., um 20 Uhr im Spiegelzelt : Es waren einmal zwei Brüder... „Die Brüder Grimm“ weltberühmt, doch wird weiß etwas über ihr Leben? Eine Koproduktion von Theaterhof Priessenthal, Shakespeare und Partner mit den Schauspielern Martin Lüttge, Norbert Kentrup, Dagmar Papula und Marlen Breitinger.

Im Bürgerhaus Grunern wird am Sonntag, 09. Oktober um 16 Uhr geht Prof. Hans-Martin Gauger den literarischen, geografischen und zeitgeschichtlichen Zusammenhängen in Johann Peter Hebels großem Poem „Die Vergänglichkeit“ nach. „Der Belche stoht verchohlt, der Blaue au...“ Gespräch zwischen Vater und Sohn auf der Straße zwischen Steinen und Brombach in der Nacht.

Um 19 Uhr des gleichen Tages „Staufener Musik-Gala - Wo under d`Hutt goht“ mit der Musikgruppe „flapjack“ - dem „Augustinum“, einer Boy-Group der besonderen Art - dem „Saxophon-Trio“ (Dozenten der Jugendmusikschule Staufen) - dem Staufener Frauenkammerchor „Cantanten“ und dem „Stolz von Baden“ um und mit dem Staufener Gitarristen Arno Stolz.

„Malediva“, Tetta Müller und Lo Malelinke gehören zu den originellsten neuen Stimmen auf deutschsprachigen Bühnen, singen und erzählen am Montag um 19 Uhr im Spiegelzelt davon, wie man mit überbordender Phantasie und gesundem Mutterwitz eine Kindheit auf dem flachen Land überlebt. Begleitet werden „die leckersten Giftnudeln seit Erfindung des neurotischen Kabaretts“ (NZZ) von Florian Ludewig auf dem Klavier.

Dienstag abend, 19 Uhr im Spiegelzelt: Heimatfront - Doppelt-Kabarett mit Volkmar Staub, aufgewachsen in Südbaden, Wortspielphilosoph, verändert Worte bis zur Kenntlichkeit und Florian Schroeder, Senkrechtstarter unter Deutschlands Parodisten, er hat um die 25 Politiker und Promis in seinem Programm. Für die Staufener Kulturwoche haben sich die beiden Künstler zusammengetan.

„Abgehängt“ - 2004 formierte sich das junge Lach- und Schießensemble neu und wagte den Schritt zu einer neuen Kabarettform. Am Mittwoch, 12.Okt., gastieren Ecco Meineke, Sonja Kling, Michael Morgenstern und Thomas Wenke mit ihrem neuen Programm „Abgehängt“ um 19 Uhr im Spiegelzelt. Erzählt wird die wunderbare Geschichte eines Bildes, das die Welt verändern könnte, denn es hat magische Kräfte. Ein spannender Bühnenkrimi mit schmerzhaften Wahrheiten zur Tagespolitik. Einfach super.

Wiederum im Spiegelzelt um 19 Uhr, aber am Donnerstag wird das „Goschehobel Quintett“ mit „Zwischezit“, einem rockigen, alemannischen Musikspektakel, zu hören sein. Seit zwanzig Jahren sind die fünf Musiker auf den Bühnen Süddeutschlands gern gesehene Gäste. Sie schreiben ihre Lieder mit Elementen aus Blues und Rock, Latino- und Reggaemusik, dazu Texte, die poetisch, nachdenklich sind, aber auch ironisch und witzig und meist in alemannischer Mundart, was sie sehr direkt werden lässt.

„Der König von Baden“ - Badisches National-Kabarett - Sentimental! Regional! Brutal! Jörg Kräuter ist der König von Baden.

Die BNN, Karlsruhe, schreibt: „Das Tempo, mit dem Jörg Kräuter seine badischen Szenen auf die Bühne legt, ist atemberaubend.

Die Zuschauer saßen mit Tränen in den Augen auf ihren Plätzen, der Kabarettist treibt die Pointen in seiner scheinbar tollpatschigen Art grenzenlos auf die Spitze“. Also, am Freitag, 14. Oktober um 19 Uhr mit reichlich Taschentüchern ausgestattet, ins Spiegelzelt auf dem Staufener Alfred-Schladerer-Platz.

Helden, Walküren, Drachen und Rheintöchter bitten am Samstag um 19 Uhr in die Aula des Faust-Gymnasiums. „Die Nibelungen“, das dramatische Geschehen am Rhein, dargestellt durch das N.N.Theater Neue Volksbühne Köln. Sie beleuchtet die phantastische Geschichte von vielen Seiten. Mit ihrem berühmten Blick für das Komische, Tragische und Hintergründige wird der Mythos Nibelungen von alter Last, von Klischees und Vorurteilen befreit.

Der Sonntag, 16. Oktober steht im Zeichen unterschiedlichster Musik. Um 16 Uhr bitten das „Amar Quartett“ ins Schloss Grunern. Auf dem Programm stehen Wolfgang A. Mozart und Franz Schubert, gespielt auf vier Stradivaris, denn jeder der vier Schweizer Musikern bekam von der Stiftung Habisreutinger ein Instrument des berühmtesten Geigenbauers (1650 - 1737) für ihre Konzerttätigkeit anvertraut.

Um 19 Uhr im Spiegelzelt, Sinti-Musik der absoluten Spitzenklasse. „Titi Winterstein & Ensemble“, eines der berühmtesten Sinti-Musik-Ensembles wird das Abschlusskonzert bestreiten.

Swing und Jazz - Musik deutscher Sinti. Vom Swing-Jazz eines Django Reinhardt über traditionelle ungarische und russische Zigeunermusik, dem Swing-Valse und Bossa Nova bis hin zu Liedern mit Texten auf Romanes reicht das Repertoire.

Die Freiburger Puppenbühne bringt am Montag, 17. Okt. 20 Uhr im Stubenhaus am Marktplatz bei Sekt und Kerzenschein, humorvoll inszeniert und in originalgetreuer Sprache „Goethes Faust“ auf die Bühne.

Das gesamte Programm unter touristik@staufen.de, mit Eintrittkartenbuchungen unter www.staufen.de. oder Tel. 07633 - 80 5 36, Tourist-Info Staufen

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