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Reiner W. Schlebach
Sein
persönliches Schicksal sensibilisierte Hermann Gmeiner für die
Bedürftigkeit der Waisen des Zweiten Weltkrieges. Gmeiner, geboren
am 23. Juni 1919 in Alberschwende (Vorarlberg), gibt als 30jähriger
sein Medizinstudium auf und richtet sein Leben völlig auf die Unterstützung
notleidender Kinder aus.
Sehr früh verliert der Bauernjunge Hermann Gmeiner seine Mutter; die älteste Schwester wird zur mütterlichen Bezugsperson für ihn und sieben weitere Geschwister. Die Erfahrungen seiner Kindheit werden zum Modell der weltweiten SOS-Kinderdorf-Organisation. Aus Mitleid und Mitfühlen wird Mithelfen. Gmeiner wird zum Botschafter der Kinder in aller Welt. Mehr als 47.000 Kinder und Jugendliche und über 500.000 Menschen auf der ganzen Erde finden in den Einrichtungen von SOS-Kinderdorf eine Zuflucht, ein Zuhause.
Viele seiner Zeitgenossen und Freunde konnte er von seiner großartigen Idee überzeugen. Hermann Gmeiner stirbt am 26. April 1986 in Innsbruck. Nach seinem Tod führen immer mehr Menschen sein Lebenswerk fort - heute und auch morgen.
Das
erste SOS-Kinderdorf mit 15 Familienhäuser entstand 1949 im Tiroler
Imst / Österreich. Das erste SOS-Kinderdorf auf deutschem Boden wurde
in Diessen am Ammersee gebaut, gefolgt vom SOS-Kinderdorf Schwarzwald in
Sulzburg. Heute gibt es in 131 Staaten 439 SOS-Kinderdörfer und über
1.000 ergänzende Einrichtungen, wie Kindergärten, Schulen, Ausbildungsprojekte,
Sozialzentren und Krankenhäuser. In der Bundesrepublik sind es 14 Kinderdörfer,
das vorerst letzte Projekt in Deutschland, das SOS-Kinder- und Familienzentrum
Berlin, feierte 2004 Richtfest.
Unter der Leitung von Pfarrer Dr. Erwin Hegel aus Badenweiler treffen sich 1957 Freunde und Förderer der SOS-Kinderdorf-Idee, werben in ihrem Umfeld um Spenden und bitten um Unterstützung. Durch die Vermittlung von Bürgermeister Eugen Hochstatter wird in der Kleinstadt Sulzburg ein geeignetes Baugrundstück gefunden. Am 29. September 1958 legt Hermann Gmeiner den Grundstein zum SOS-Kinderdorf Schwarzwald in Sulzburg.
Die ersten Bewohner ziehen am 20. August 1959 mit ihren Kinderdorfmüttern in drei fertiggestellte Familienhäuser ein, die durch eine großzügige Spende von Wanda Gerdes finanziert wurden. Am 13. September 1959 feiert ganz Sulzburg die offizielle Einweihung. Seitdem sind mehr als 300 Kinder und Jugendliche in Sulzburg im SOS-Kinderdorf Schwarzwald aufgewachsen. 1968, zehn Jahre nach der Grundsteinlegung stehen fünfzehn Familienhäuser, ein Gemeindehaus und verschiedene Wirtschaftsgebäude, 1984 wird der „Jugendtreff“, ein Freizeitangebot für Kinder und Jugendliche aus der Stadt Sulzburg und dem SOS-Kinderdorf, eingeweiht, 1999 folgt die neugebaute SOS-Kindertagesstätte.
Das SOS-Kinderdorf Schwarzwald ist ein Ort nicht nur für die Mädchen und Jungen der Kinderdorffamilien, sondern auch für Kinder und Jugendliche aus der Stadt Sulzburg. Viele verbringen einen Teil ihres Tages in der Kindertagesstätte, kommen als Tageskinder in Wohngruppen, engagieren sich im Jugendtreff um gemeinsam zu lernen, zu spielen und Spaß zu haben. Hier finden sich immer Altersgenossen für die verschiedensten Aktivitäten.
Mit dem 50. Geburtstag des SOS-Kinderdorf e.V. Deutschland wird in Sulzburg auch das Ende einer umfassenden Bautätigkeit im SOS-Kinderdorf Schwarzwald gefeiert. Aus diesem Anlass lädt das traditionsreichen SOS-Kinderdorf Schwarzwald in Sulzburg, Bugginger Gasse 15, am Sonntag, dem 25. September von 11 bis 19 Uhr zu einem „Tag der offenen Tür“ ein. „Wir freuen uns, endlich das ‚neue‘ Kinderdorf präsentieren zu können,“ meint Hans-Günter Schäfer, Leiter des SOS-Kinderdorfs Schwarzwald. Familien, Nachbarn, Neugierige und Interessierten können einmal hinter die Kulissen einer SOS-Kinderdorf-Gemeinschaft schauen, lernen eventuell eine für sie bis dahin fremde Kinderdorf-Welt kennen, dürfen sich auf einen unterhaltsamen Nachmittag mit viel Spaß, Abwechslung und interessanten Informationen freuen.
Um 11 Uhr beginnt der Tag der offenen Tür mit einem gemeinsamen Festgottesdienst im Festzelt. Im Anschluss öffnen der Bürgermeister der Stadt Sulzburg, Peter Wehrle, so wie Prof. Dr. Hajo Sauer, Vorsitzender des Verwaltungsrates des SOS-Kinderdorf e.V. und Dorfleiter Hans-Günter Schäfer die Türen des SOS-Kinderdorfs Schwarzwald, begleitet von der Stadtmusik Sulzburg. Nach dem offiziellen Festakt startet um 13.30 Uhr das bunte Programm für Groß und Klein.
Neben zahlreichen Attraktionen wie Bull-Riding, Kasperletheater und Kinderschminken erwartet die Gäste ein Kinderkarussell und jede Menge Kletterspaß. Und falls es dabei etwas zu hitzig wird, verspricht eine Feuerwehrmannschaft mit ihrem Spritzenwagen Abkühlung.
Auf der Bühne sorgen das Handharmonikajugendorchester Sulzburg und der Chor Concordia Nova für ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Ein besonderer Höhepunkt wird dabei sicherlich um 18 Uhr der Auftritt der Musikclowns Gogol und Mäx sein.
Während eines Rundgangs über das Kinderdorfgelände, bei dem Besuch einer Wohngruppe oder einer Kinderdorffamilie gewinnen die Gäste Einblick in die vielfältige Arbeit im SOS-Kinderdorf, können sie sich durch eine Präsentation über das Leben der Kinder, Jugendlichen und Mitarbeiter informieren. Selbstverständlich kommt während des gesamten Tages auch das leibliche Wohl der Besucher nicht zu kurz, muss kein Magen knurren. Die örtlichen Sulzburger Vereine, sowie die Firma Kraft Foods sorgen für frischen Kuchen, leckere Grillköstlichkeiten, kühle Getränke, Eis und Schokolade.
Ohne Spenden wäre die Arbeit für und in den SOS-Kinderdörfer nicht möglich. 1,9 Millionen Freunde und Förderer aus allen Bereichen unterstützen mit ihren Beiträgen und Spenden die Einrichtung, nur ein Drittel der laufenden Kosten wird durch Behörden, die öffentliche Hand, gedeckt.
Weitere Infos, auch zum Tag der offenen Tür in Sulzburg, unter der Tel. 07634 - 56 09 0, SOS-Kinderdorf, unter www.sos-kinderdorf.de unter anderem die Spendenkonten.