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Erstmals
urkundlich erwähnt wurde das Dorf Schlatt im Jahre 1130 als „Slatha“
und war ursprünglich im Besitz der Herzöge von Zähringen.
Weitere Bezeichnungen sind „Slatt“ (1152), Slat (1223) und Schlatte
(1301), abgeleitet von einer entsprechenden Bedeutung im Althochdeutschen
für eine „wasserreiche, feuchte, sumpfige Stelle“. Eingesetzt
von den Zähringern, gab es schon damals als deren Ministeriale bis
spätestens Anfang des 15. Jahrhunderts einen niederen Adel in Schlatt.
Begütert waren in Schlatt außer mehreren Klöstern auch die Herren von Staufen. Ein Ritter Werner von Staufen, wahrscheinlich Teilnehmer eines Kreuzzuges und Vogt des Münstertäler Klosters St. Trudpert, wird im Jahre 1271 als Mitbegründer eines „Hauses des heiligen Lazarus“ in Schlatt genannt. Bei den Lazaritern handelte es sich um einen hospitalisch-militärischen Orden, der sich nach Beendigung seiner Aufgaben im Heiligen Land in noch vermehrtem Maße der Leprosen annahm und „allzeit zum Dienen bereit“ diese mit Speise, Trank und Kleidung versorgte. Das Martyrium der an der Lepra Erkrankten währte fünf bis fünfzehn Jahre: Eine Heilung oder wenigstens ein Einhalt der Erkrankung war nach dem Stand der damaligen Medizin nicht möglich. Wegen Armut und Verschuldung verkauften die Lazariter im Jahre 1362 ihr Kloster mit Kirche, Mühle, Bad und Leprosenhaus an die Komturei der Johanniter von Freiburg, deren deutsches Malteser Großpriorat im 15. Jahrhundert nach Heitersheim verlegt wurde. Als Teil des Malteser-Fürstentums Heitersheim blieb Schlatt bis Ende 1805 unter der vorderösterreichischen Landesherrschaft.
Der Lazariterorden unterhält heute in den Entwicklungsländern Kliniken, in denen Leprakranke behandelt werden. Im Zeichen des achtzackigen Kreuzes der Lazariter stand im Jahre 1974 die Wiedergründung einer Lazariter-Kommende Schlatt. Deren Mitglieder unterstützen mit „angemessenen Beträgen“ karitative Aufgaben des Ordens. Der Titel des Ordens lautet: „Militärischer und hospitalischer Orden des Heiligen Lazarus von Jerusalem.
Wahrzeichen von Schlatt ist die 1275 erbaute St. Sebastian-Kirche. St. Sebastian gilt als der Schutzheilige der Leprosen. Nebenpatrone der Kirche sind St. Apollinaris von Ravenna und der heilige Fridolin, der Apostel der Alemannen. St. Apollinaris steht in enger Beziehung zu der einst als heilkräftig geltenden Schlatter Quelle, häufig auch als „Lazariter-Quelle“ bezeichnet. Die genannte Quelle entspringt am steil abfallenden Südwestabhang des Schlatter Berges und gilt als stärkste Oberflächenquelle der oberen Rheinebene. Bis hinein ins 18. Jahrhundert war es Brauch, die Neugeborenenen in die Schlatter Quelle zu tauchen und sie anschließend auf dem Apollinaris-Altar dem Schutz dieses Heiligen anzuvertrauen.
Im Jahre 1974 wurde das liebenswerte Dorf Schlatt, wo die Landwirtschaft mit mehreren Vollerwerbsbetrieben und Sonderkulturen wie Weinbau, Spargel und Erdbeeren immer noch eine bedeutende Rolle spielt, im Zuge einer Verwaltungsreform Teilort der heutigen Stadt Bad Krozingen.
Schlatt zählt im Jubiläumsjahr 2005 ca. 750 Einwohner.
Lothar Böhnert
PROGRAMM:
10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst
11 Uhr: Musikverein begleitet die Kirchgänger zum Park
ab 11.30 Uhr: Musikverein Schlatt
Begrüßung Ortsvorsteher O. Seywald Bürgermeister, Dr. E. Meroth
ca. 12.15 Uhr: Musikverein Schlatt
Im Anschluss: Karl Walz, „Lazariterorden Schlatt” Dipl. Ing. Claus Hofmann, Geschichte „Alte Schule”
ca. 13 Uhr: Kirchenchor
13.15Uhr: Arno Herbener, „Zur Geschichte des Ortes”
ca. 13.45 Uhr: Musikverein Schlatt
Im Anschluss: Albert Bär, „Die Quelle als Besonderheit des Dorfes Schlatt”
ca. 14.45 Uhr: Kirchenchor
15 Uhr: „Schlatt in Bildern” (Mediashow)
Im Anschluss: Kindergartenchor, Schlatter- Bachhexen, Tanzvorführung, Schulchor
ca. 16.30 Uhr: Verlosung und Auswertung Quiz
17 Uhr: Musikverein Schlatt