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Seit April wird vom Badischen Verlag in Freiburg, auch „der Sonntag“ im Markgräflerland verteilt. Diese Erweiterung ist im Zusammenhang mit der Übernahme des „Emmendinger Tors, und den Anzeigenblättern aus dem Stückle Verlag im Medienverbund „WZO“ zu sehen. Dem Verlag sind nun neben der „Badische Zeitung“ zuzurechnen die Anzeigenblätter „Reblandkurier“ „Wochenblatt“ „Emmendinger Tor“ und aus dem Stückle Verlag „Waldkircher Anzeiger“, „Von Haus zu Haus Denzlingen“ „Kaiserstühler Wochenbericht“ „Endinger Stadtanzeiger“ „Ettenheimer Stadtanzeiger“.
Damit ist der Badische Verlag im Anzeigenblattgeschäft flächendeckend von Ettenheim bis Lörrach. In diesem Raum existieren als Wettbewerber noch einige Anzeigenblätter wie das „Markgräfler Bürgerblatt“, „Breisach Aktuell“ „Stadtkurier Freiburg“ „Dreisamtäler“ „Markgräfler Magazin“ und die „Zypresse“ als nicht typisches Wochenblatt.
Im Freiburger Raum hat der Badische Verlag das „Tageszeitungsmonopol“. Am südlichen Rand steht er im Wettbewerb mit dem Oberbadischen Volksblatt, im Norden mit dem „Offenburger Tagblatt“ und im Osten mit dem „Schwarzwälder Boten“. Die „Claims“ scheinen hier abgesteckt zu sein.
Im Anzeigenblattgeschäft strebt der Badische Verlag wohl auch ein Monopol an.
Der Handel und Wandel in Deutschland war in der Vergangenheit geprägt durch viele kleine regionalen Anbieter, den typischen Kunden für ein, im begrenzten Bereich, erscheinendes Anzeigenblatt. Überregionale Anbieter mit ihren Großmärkten auf der grünen Wiese machen dem örtlichen Einzelhandel schwer zu schaffen. Leer stehende Geschäfte in den Innenstädten sind der beste Beweis. Mit seiner Anzeigenblatt-Strategie reagiert der Badische Verlag auf diese Entwicklung. Mit der Tageszeitung, seinen Anzeigenblättern, jetzt flächendeckend, dem „der Sonntag“ wird den überregionalen Anbietern, wie dem Media-Markt, ihm adäquate Werbemöglichkeiten geboten. Dem regionalen Anbieter stehen die Werbemittel zur aggressiven, ganzseitigen Werbung nicht zur Verfügung. Rein wirtschaftlich gesehen ist die Strategie des Badischen Verlages daher durchaus nachvollziehbar allerdings mit fatalen Konsequenzen für den regionalen Anbieter und die Gesellschaft.
Folgendes fiktives, überzeichnetes Szenario hinsichtlich eines Monopols: Im Zuge der Globalisierung werden sich die überregionalen Handelsketten einig einzelne regionale Märkte nur noch von einen Anbieter zu bedienen, also „hier Aldi dort Lidl“. Konsequenz: Der Anbieter bestimmt die Preise ohne Einfluss des Wettbewerbs. Einkaufsmöglichkeiten in Verbrauchernähe wären nicht mehr erforderlich usw., usw.
Die typischen Anzeichen zur absoluten Marktbeherrschung und damit eines Monopols sind spürbar. So werden seitens der Wochenblätter dieser Verlagsgruppe der Werbewirtschaft Angebote gemacht, die für die vor Ort agierenden Verlage ruinös sind. So werden Rabatte angeboten, die außerhalb jeglicher veröffentlichter Preisliste liegen. So wurde beispielsweise einem Kunden von vornherein ein Rabatt von 50 % angeboten. Den Anzeigenvertreter darauf angesprochen, die lapidare Erklärung „das war ja nur ein Einstiegsangebot“. In einem anderen Falle wurde schriftlich ein Angebot unterbreitet, das letztlich ein Rabatt zwischen 45 % und 50 % bedeuten würde. Dies ist nur möglich durch die kostenlose Überstellung von Anzeigen in andere Ausgaben des gleichen Verlages. Im Gesamtverlag entstehen dadurch so gut wie keine Mehrkosten, wenn dadurch die vorgesehene Seitenzahl der einzelnen Ausgaben sich nicht verändert. Die übrigen Kosten, wie die der Verteilung, bleiben sowieso die gleichen. Die Frage muss erlaubt sein: sollen Sie kleineren Anzeigenblätter vom Markt verdrängt werden, um freie Hand zu haben? Strebt der Badische Verlag regional das absolute Monopol in diesem Bereich an?
Schaltet ein regionaler Anbieter seine Anzeigen in einem dieser Produkte, so wird diese neben den ganzseitigen, aggressiven Anzeigen überregionaler Anbieter kaum oder gar nicht wahrgenommen. Zudem zahlt er im Verhältnis wesentlich mehr für seine Anzeigen. Die Anzahl, die Größe der Anzeigen und Kombinations-Belegungen überregionaler Anbieter bedingen wesentlich höhere Rabatte und günstigere Anzeigenpreise. Für den Verlag sind die Anzeigen regionaler Anbieter, salopp gesprochen, die „Sahne im Kaffee“, ein Zubrot, das natürlich gerne mitgenommen wird. Von den günstigen Kombi-Preisen hat der regionale Anbieter nichts, da sein Einzugsgebiet natürlicher Weise wesentlich kleiner ist.
Man mag die Entwicklung beklagen, aber noch hat es der Verbraucher selbst
in der Hand, dem etwas entgegenzusetzen wenn er sich den Verlockungen
des „geilen Geizes“ und des „blöden Kaufverhaltens“
zu entzieht und sich aus dem örtlichen Fachhandel bedient, der hinsichtlich
Beratung und Service immer überlegen sein wird.